Januar 15

Rezension: „Totenpfad“

Cover des Buches "Totenpfad" von Elly Griffiths
© Rowohlt Verlag
www.rowohlt.de

Als ich auf der Suche nach neuem Lesestoff meine Regale durchstöberte, stolperte ich über „Knochenhaus“ von Elly Griffiths. Ich hatte das Buch irgendwann mal von einem der vielen Mängelexemplar-Tische mitgenommen aber nie gelesen. Als es mir beim Stöbern dann jetzt nochmal in die Hände fiel, dachte ich „Jetzt ist es Zeit, dieses Buch zu lesen“. Bei genauerem Hinsehen musste ich dann aber feststellen, dass es sich um den zweiten Fall für Ruth Galloway handelt. Weil ich aber Bücher eigentlich immer in der richtigen Reihenfolge lese, habe ich „Knochenhaus“ noch einmal auf Seite gestellt und mir stattdessen „Totenpfad“ auf Englisch für meinen Tolino geholt. Dadurch kann ich im Moment sogar zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Ich kann einen spannenden und toll geschriebenen Krimi lesen und komme nochmal etwas mehr in britisches Englisch rein (ich musste nämlich feststellen, dass ich, wenn ich Bücher auf Englisch lese, es dann meist amerikanische Bücher sind…). Das mit dem britischen Englisch ist deshalb gut, weil ich dieses Semester einen Kurs an der Uni habe, der auch komplett in (britischem) Englisch gehalten wird.

Zum Inhalt:

In den abgeschiedenen Salzwiesen Norfolks entdeckt die Polizei die Knochen eines toten Mädchens. Detective Harry Nelson ist sich sicher, dass es die Überreste der vor zehn Jahren verschwundenen Lucy Downey sind. Um einen ersten Anhaltspunkt zu erhalten, ob es sich um die Knochen des Mädchens handelt oder doch eher um einen Fund aus grauer Vorzeit, zieht er die forensische Archäologin Ruth Galloway hinzu. Schnell stellt sich heraus, dass die Knochen nicht die von Lucy Downey sind, sondern von einem Mädchen aus der Eisenzeit.

Doch nur kurz nach diesem Fund, verschwindet ein weiteres kleines Mädchen und Detective Nelson erhält mysteriöse Briefe, die von dem Entführer der beiden Mädchen zu stammen scheinen. Der Verfasser verweist in den Briefen immer wieder auf alte heidnische Rituale. Alles scheint mit einer Ausgrabung zusammenzuhängen, an der Ruth vor zehn Jahren in den Salzwiesen teilgenommen hat, gemeinsam mit ihrem Mentor Erik und Peter, ihrem damaligen Partner. Ruth scheint damit auf der richtigen Spur zu sein, denn schon bald erhält sie Nachrichten vom Entführer und wird sogar von ihm bedroht. Schon bald weiß sie nicht mehr, wem sie trauen kann und wem nicht, aber ihr ist klar, dass sie dem Täter näher steht, als sie dachte…

Mein Leseerlebnis:

„Totenpfad“ war ein wirkliches Leseerlebnis, weil die Geschichte einfach ganz anders verlief, als ich erwartet hatte. Meist lese ich eher spannende und blutige Thriller. Wie sich beim Lesen rausstellte gehört „Totenpfad“ aber nicht in dieses Genre, sondern zu den „Cosy-Crime“-Büchern. Dadurch, dass ich das aber nicht vorher wusste, hatte mich die Geschichte schon so gefangen genommen, dass ich immer weiter lesen musste. Ich war zwischenzeitlich etwas irritiert, weil in der Geschichte doch relativ wenig Personen vorkommen. Ich war mir unsicher, ob mich die Auflösung, wer der Täter ist, wirklich überraschen könnte. Am Schlimmsten hätte ich es gefunden, wenn es eine gänzlich unbekannte, außenstehende Person gewesen wäre, aber meine Befürchtungen waren umsonst. Die Auflösung ist unglaublich spannend und hat mich echt überrascht. – Dafür hat „Totenpfad“ schon mal einen dicken Pluspunkt verdient.

Etwas schade fand ich es, dass sich die Ereignisse an ein paar Stellen so überschlugen und in eine unvorhersehbare Richtung gingen. Ich bin mir auch immer noch nicht ganz sicher, ob ich die Entscheidungen von Ruth Galloway und Detective Nelson an diesen Stellen richtig nachvollziehen kann, aber da dies das Einzige war, das mich etwas an der Geschichte gestört hat, finde ich es auch nicht so schlimm.

Ruth Galloway und Detective Harry Nelson sind sehr interessante Charaktere, die noch so manche verborgene Seite haben. Ich hoffe, dass ich diese noch in den weiteren Büchern zu sehen bekomme.

Meine Empfehlung:

„Totenpfad“ ist ein toller Krimi für alle, die es nicht zu blutig aber trotzdem spannend mögen. Es hält auch noch die eine oder andere Überraschung für Leser bereit, die bereits sehr viele Krimis gelesen haben.

Das englische Buch ließ sich sehr gut lesen und hatte nicht zu viele schwierige Vokabeln, wie es sonst schon mal bei Büchern der Fall ist, die von Forensikerinnen handeln (wie zum Beispiel Kathy Reichs oder Patricia Cornwell). Ich würde auch empfehlen, es eher auf Englisch zu lesen, da ich fürchte, dass einiges an Wortwitz bei der Übersetzung verloren gegangen sein könnte.

Bibliographische Daten:

Deutsche Ausgabe:
Titel: Totenpfad
Autorin: Elly Griffiths
Seiten: 333
Verlag: Rowohlt
ISBN: 9783499252198
Preis TB: 8,99€ / Preis Ebook: 8,99€
Erscheinungsjahr: 12/2011

Englische Ausgabe:
Titel: The Crossing Places
Autorin: Elly Griffiths
Seiten: 320
Verlag: Quercus Publishing Plc
ISBN: 9781786481863
Preis TB: 9,49€ / Preis Ebook: 3,99€
Erscheinungsjahr: 06/2016

Oktober 22

Oktober: Monat der unfertigen Projekte

Mir ist Anfang des Monats beim Aufräumen mit Erschrecken aufgefallen, wie viele unfertige Strickprojekte in unserer Wohnung rumfliegen. Das hat mich so sehr genervt, dass ich beschlossen habe, wenigstens einen Teil der Projekte fertig zu stricken, bevor ich wieder zig neue anfange. Es ist mir sogar schon gelungen, zwei Langzeitprojekte fertigzustellen!

Auf dem Bild sieht man ein Paar Yogasocken. Sie haben statt einer gestricken Ferse ein Loch. Auch am unteren Ende der Socke, wo normalerweise die Sockenspitze ist, sind die Socken offen.
Ein Paar Yogasocken für meine Schwester

Projekt 1: Yogasocken

Meine älteste Schwester hat mich schon vor einiger Zeit damit beauftragt, ihr mal ein Paar Yogasocken zu stricken. Irgendwie waren aber immer andere Socken dazwischen gekommen. Im Sommer, wenn kaum jemand Socken haben will, hatte ich dann endlich Zeit mich an das Projekt Yogasocken zu setzen. Die erste war auch ruckzuck fertig. – Kein Wunder, bei Yogasocken braucht man schließlich weder eine Ferse noch den kompletten Fuß zu stricken.

Bevor ich die zweite Socke annadeln wollte, war es mir aber wichtig, dass meine Schwester die fertige Socke wenigstens einmal anprobiert. Es war schließlich meine erste Yogasocke – und weil meine Schwester kleinere Füße hat als ich, konnte ich selber die Socke nicht anprobieren, um zu sehen, ob genug Platz an der Ferse ist. Darum habe ich die Socke zusammen mit zwei Dvds per Post an meine Schwester geschickt. Das war allerdings eine schlechte Idee: Das Päckchen hat sage und schreibe 14 Tage gebraucht, bis es bei meiner Schwester angekommen ist und ich dachte schon, es wäre ganz verschollen gegangen. Als wir schon nicht mehr daran glaubten, kam das Päckchen dann aber doch noch bei ihr an. Und zu meinem Glück passte die Socke wie angegossen.

Bevor ich die zweite Socke dann aber annadeln konnte, musste die erste Socke ihren Weg wieder zu mir finden, damit ich auch mit derselben Farbe anfangen konnte und die Muster der beiden Socken nicht vollkommen von einander abweichen. Die Socke hat ihren Weg wieder zu mir zurück gefunden und ich habe diesen Monat dann schnell die zweite dazugestrickt. Die Socken warten jetzt nur noch darauf, dass ich meine Schwester wiedersehe und ihr die Socken gebe. Denn nochmal will ich die Socken nicht mit der Post schicken.

Für den ersten Versuch, Yogasocken zu stricken sind sie mir gar nicht mal so schlecht gelungen, aber ich will noch ein paar Dinge verbessern – beim nächsten Paar. Und wenn die mir gefallen, werde ich vielleicht auch mal eine richtige Anleitung schreiben und nicht jedes Mal aufs Neue improvisieren.

Auf dem Bild sieht man ein Paar Handstulpen in dunklem Rot. Die Stulpen sind mit 100% Merinowolle gestrickt. Die Färbung heißt "weinrot".
Ein Paar lange Stulpen mit Daumenloch

Projekt 2: Lange Stulpen

Ich liebe Handstulpen, wie euch sicher schon aufgefallen ist. Ich trage sie unheimlich gern, weil sie die Hände warm halten, ohne dabei sehr einzuschränken, wie es bei Handschuhen oftmals der Fall ist. Stulpen sind auch immer ein schönes kleines Geschenk, das man zum Geburtstag verschenken oder zu sonstigen Anlässen mitnehmen kann. Außerdem macht mir auch das Stricken von Stulpen viel Spaß, weil sie schnell wachsen und auch relativ schnell fertiggestellt sind.

Dieses Mal wollte ich aber etwas anders machen. Ich wollte Stulpen machen, die nur ein Daumenloch haben und nicht noch einen kleinen Daumen angestrickt haben. Weil die Stulpen dann aber anders sitzen, mussten ich die Handflächen etwas länger stricken. Deshalb sind die Stulpen etwas anders als die, die ich bisher gestrickt habe. Sie sind insgesamt etwas länger, sodass ich auch hier bei den nächsten Stulpen nochmal nachbessern muss.

Aber auch so finde ich, dass die Stulpen wieder unglaublich schön geworden sind. Wie fast immer habe ich 100%-Merinowolle von Dornröschen-Wolle genommen – diesmal in der drunter und drüber Färbung „Wein“. Ich konnte erst während des Strickens richtig sehen, wie toll der Farbverlauf ist. – Ich hatte am Anfang schon Sorge, dass die Stulpen schlicht einfarbig sein würden, aber das war ganz umsonst.

Die Stulpen wandern jetzt erstmal in eine Schublade und warten dort auf ihre/n neue/n Besitzer/in – mal sehen, wer es wird.

Was sonst noch so in der Wohnung rumfliegt

Natürlich waren das nicht alle Projekte, die hier ihr unvollendetes Dasein fristen. Da ist noch eine einzelne Socke in Größe 42/43 für meinen Schwager, die auf ihr Gegenstück wartet. Dann ist da noch mein Großprojekt (was es ist, verrate ich aber hier noch nicht, darüber will ich nämlich noch in einem anderen Blogpost berichten), ein angefangener Cowl (ausnahmsweise mal etwas für mich selbst) und ein Shrug, den ich im Februar bei einem Workshop in Uschi’s Strickstube angefangen habe und den ich eigentlich auch bald mal fertig stricken könnte, damit ich ihn diesen Herbst/Winter endlich mal tragen kann.  Abgesehen davon habe ich noch ein paar Geburtstags- und Weihnachtswünsche, die am besten auch noch dieses Jahr gestrickt werden müssten.

Und dann habe ich auch noch einige Stränge unverstrickte Dornröschen-Wolle hier liegen, die auch unbedingt gestrickt werden wollen. Für einen habe ich auch schon eine tolle Idee – nur fehlt mir wie für so vieles die Zeit.

Wie ihr seht: Hier wird es nie langweilig und es gibt immer genug Wolle und Strickprojekte.

Und was ist mit Büchern?

Natürlich lese ich auch fleißig neben dem ganzen Stricken. Allerdings habe ich wieder das Problem, dass mich keins der Bücher, die ich angefangen habe, so richtig fesselt. Habt ihr vielleicht einen guten Tipp für mich? Am liebsten eine tolle Liebesgeschichte oder nochmal einen richtig guten Thriller.

Jetzt wünsche ich euch allen noch einen schönen Sonntagabend mit ein paar ruhigen Minuten zum Stricken oder Lesen!
Eure Katrin

September 29

Rezension: „Fangirl“

Cover des Buches "Fangirl" von Rainbow Rowell
© Hanser
https://www.hanser-literaturverlage.de

„Fangirl“ war ein Spontankauf bei meinem letzten Besuch in meiner Lieblingsbuchhandlung. Das auf den ersten Blick eher unscheinbare Cover und die Autorin haben mich irgendwie angesprochen. – Den Vorgänger „Eleanor und Park“ habe ich leider bisher noch nicht gelesen, aber nach „Fangirl“ habe ich es fest vor, weil mir die Geschichte und der Schreibstil einfach super gefallen haben!

Zum Inhalt:

Cather und Wren sind Zwillinge. Sie haben ihren Highschool-Abschluss in der Tasche und gehen nun auf das College. Das erste Mal, dass sie nicht mehr zuhause wohnen, das erste Mal, dass sie ihren Vater alleine lassen und das erste Mal, dass die beiden nicht mehr zusammen wohnen. Sie besuchen zwar dasselbe College, aber Wren hat beschlossen, ihren eigenen Weg zu gehen. Deshalb will sie lieber nicht mit Cather zusammenwohnen, sondern mit einem anderen, einem fremden Mädchen. Cather ist von der Aussicht ebenfalls mit einer Wildfremden zusammen wohnen zu müssen nicht besonders begeistert. Aber trotzdem nimmt sie das Abenteuer College in Angriff. Dabei darf natürlich ihr Laptop nicht fehlen, um weiter an ihren Fanfiction-Geschichten schreiben zu können. Genauso wenig wie ihre Simon-Snow-Poster.

Ihre Mitbewohnerin Reagan  ist ihr gegenüber anfangs recht kratzbürstig, nach einiger Zeit raufen sich die beiden aber zusammen. Woran Cath sich aber nicht so richtig gewöhnen kann, ist Reagans bester Freund Levi, der die Hälfte der Zeit in Reagans und Caths Zimmer verbringt – unabhängig davon, ob Reagan da ist oder nicht. Je mehr Zeit sie mit ihm verbringt, desto netter findet sie ihn. Gleichzeitig ist da aber auch noch Nick, der Junge aus dem „Kreatives Schreiben“-Kurs. Mit ihm trifft sich Cath immer, um an einer gemeinsamen Geschichte zu schreiben. Eigentlich wollte sie am College überhaupt keine Freundschaften schließen – geschweige denn, Jungs kennen lernen. Sie wollte einfach ihre Kurse besuchen und an ihrer Fanfiction weiterarbeiten. Die beiden interessieren sie mit der Zeit aber immer mehr. Ob die beiden sich auch für sie interessieren? Und ob Cath ihr eigenes Happyend finden wird?

Mein Leseerlebnis:

Ich bin an das Buch eigentlich mit sehr wenig Erwartungen rangegangen. Ich wollte mich einfach überraschen lassen und muss sagen, die Geschichte hat mich von den Füßen gerissen. Sie ist großartig! Ich konnte mich sehr mit Cath identifizieren, weil sie so unglaublich schüchtern ist und eigentlich nur ihr eigenes Ding durchziehen wollte, ihr das Leben dann aber einfach dazwischen kommt. Auch die Tatsache, dass sie Fanfiction schreibt, ist mir sehr sympathisch. Ich habe selbst auch  zuerst Fanfiction geschrieben. Auch die Probleme beim Umstieg von Fanfiction auf eigene Geschichten konnte ich nur zu gut nachvollziehen und habe deshalb mit Cath mitgefiebert.

Was mich die ganze Zeit etwas irritiert hat, war die Tatsache, dass ich mir anfangs nicht sicher war, ob es die Simon Snow Bücher, über die die ganze Zeit geredet wird, wirklich gibt oder nicht. Nach einiger Recherche habe ich dann herausgefunden, dass es die Bücher nicht gibt. Viele vermuten, dass es sich dabei um eine Anlehnung an die Harry Potter Bücher handelt. Zwischen den einzelnen Kapiteln waren immer Ausschnitte aus den fiktiven Simon Snow Büchern  und Caths Fanfiction eingestreut. Diese Schnipsel haben mich so neugierig auf die Welt von Simon Snow gemacht, dass ich etwas traurig bin, dass es die Bücher nicht gibt. Rainbow Rowell hat zwar selbst ein Simon Snow Buch geschrieben, aber ich habe noch keine Zeit gefunden, es zu lesen. Daher weiß ich nicht, ob diese Geschichte der Fanfiction von Cather entspricht oder einem der fiktiven Simon Snow Bücher. Ich denke aber, dass ich das Buch über Simon Snow irgendwann auch noch lesen werde.

Besonders gefallen haben mir die vielen unterschiedlichen Charaktere in „Fangirl“, die die Geschichte so unglaublich interessant gemacht haben. Jeder hat seine eigene Geschichte, die nach und nach ans Licht kommt und mich als Leserin einfach total gefesselt hat.

Rainbow Rowell hat auch die Beziehung zwischen Cath und ihrer Zwillingsschwester Wren sehr gut beschrieben. Dadurch dass ich selbst drei ältere Schwestern habe, weiß ich nur zu gut, wie Schwestern aufeinander aufpassen, auch wenn die andere es vielleicht gar nicht möchte. Mich hat aber nicht nur fasziniert, wie die Beziehung zwischen den Schwestern beschrieben wird, sondern auch die restliche Familie. Wie alle – egal wie weit sie auch voneinander entfernt sein mögen – aufeinander aufpassen, sich umeinander kümmern und stets zusammenhalten, egal womit das Leben um die Ecke kommt.

Meine Empfehlung:

„Fangirl“ ist eine Geschichte für alle Mädchen und Frauen ab 13 Jahren, die Bücher und Geschichten genauso lieben wie Cath. Die Liebe zu Büchern und ihren Geschichten ist so spürbar und warmherzig, dass jedem Bücherfreund das Herz aufgeht.

„Fangirl“ ist ein Buch, dass ich definitiv mehr als nur einmal lesen werde und daher hat sich es für mich definitiv gelohnt, das Buch mit dem festen Einband zu kaufen.

Bibliographische Daten:

Titel: Fangirl
Autorin: Rainbow Rowell
Seiten: 480
Verlag: Hanser
ISBN: 978-3-446-25700-9
Preis HC: 18,00€ / Preis Ebook: 13,99€
Erscheinungsjahr: 07/2017

 

Juli 24

Rezension: „Stell dir vor, dass ich dich liebe“

Cover des Buches "Stell dir vor, dass ich dich liebe" von Jennifer Niven
© Fischer
http://www.fischerverlage.de

Ich war auf der Suche nach etwas Neuem zu lesen, weil mich einfach wieder kein Buch fesseln konnte. Darum bin ich mit meinem Tolino in der Onleihe gesurft, aber auch da hat mich nichts so richtig begeistern können. Trotzdem habe ich zwei Bücher ausgeliehen. Als ich dann auf der Startseite meines Readers war, lachte mich im unteren Drittel der Startseite auf einmal dieses Buch im Shop an und ich war sofort Feuer und Flamme! Ich erkannte die Machart des Covers sofort – ähnelt es dem von „All die verdammt perfekten Tage“ doch ungemein (zumindest in den Graustufen, die der Tolino anzeigt. Im Buchladen habe ich jedoch ziemlich lange suchen müssen, weil ich davon ausging, dass das Cover ebenfalls blau sei…).

Ich habe mir also schnell die Leseprobe runtergeladen und verschlungen. Dieser kleine Ausschnitt hat mich dann direkt so heiß gemacht, dass ich mir das Buch sofort als Ebook herunter geladen habe! Trotz Semesterende konnte ich kaum aufhören zu lesen und kann euch nur sagen: „Stell dir vor, dass ich die liebe“ ist ganz anders als ich erwartet habe, aber mein absolutes Lieblingsbuch diesen Sommer!

Zum Inhalt:

Libby Strout war der dickste Teenager der USA. Sie war so dick, dass sie weder das Haus noch das Bett verlassen konnte und schließlich mit einem Kran aus ihrem Haus befreit und ins Krankenhaus gebracht werden musste. Seitdem hat Libby sehr viel abgenommen – auch wenn sie noch einen langen Weg vor sich hat – und beginnt das Leben wieder zu genießen. Sie geht sogar wieder in eine normale Highschool und findet dort Freunde. Sie stößt aber auch auf viel Ablehnung und Hohn. Durch einen demütigenden Zwischenfall an ihrem ersten Tag zurück an der Schule, lernt sie Jack Masselin kennen, der unter Gesichtsblindheit leidet und selbst seine Familie nicht erkennen kann. Jeder Tag in der Schule ist für ihn wie ein Spießrutenlauf. Nur gut, dass er Strategien entwickelt hat, um seine Probleme so gut es geht, zu umgehen. So versteckt er seine Gesichtsblindheit hinter einen undurchlässigen, harten Schale.

Durch den Vorfall an Libbys erstem Schultag, müssen die beiden jedoch mehr Zeit miteinander verbringen. Schon bald kann Libby hinter Jacks Fassade blicken und lernt den echten Jack kennen, der Jack, der eigentlich gar kein Großkotz ist, sondern nett und oftmals unsicher. Die beiden helfen einander bei ihren Problemen und Ängsten – und davon haben beide mehr als genug. Dabei kommen sich die beiden immer näher, aber hat ihre Freundschaft eine Chance? Und besteht vielleicht sogar die Möglichkeit, dass aus dieser Freundschaft mehr werde könnte?

Mein Leseerlebnis:

Ich habe es sehr genossen, „Stell dir vor, dass ich dich liebe zu lesen“. Es ist mal wieder so großartig und mitreißend geschrieben, wie der letzte Roman von Jennifer Niven auch.

Ich habe mit Libby und Jack mitgefiebert und so sehr gehofft, dass sie alle Widrigkeiten beseitigen können. Die beiden sind so unglaublich vielschichtig, dass man immer wieder neue Dinge an ihnen entdecken kann. Das hat mich besonders begeistert, weil es einfach nicht langweilig wurde mit den beiden und sie mich immer wieder aufs Neue überrascht haben. Nur leider war das Buch dann vor lauter Lesefreude viel zu schnell ausgelesen…

Es hat mir auch sehr sehr gut gefallen, dass die beiden, obwohl sie hinter die Fassade des jeweils anderen schauen konnten, immer noch Geheimnisse vor einander hatten (ich denke dabei an ein ganz bestimmtes, aber das verrate ich euch hier natürlich nicht. Dafür müsst ihr das Buch schon selber lesen).

Ich war in der Mitte des Buches nur etwas enttäuscht vom Lektorat. Die Geschichte und auch die Übersetzung gefallen mir sehr sehr gut, aber es ärgert mich immer wieder, wie sehr Rechtschreibung, Tippfehler und ähnliches mittlerweile beim Lektorieren vernachlässigt werden. Im ersten Teil des Buches waren sehr sehr wenig Fehler, was mich echt gefreut hat. Aber dann, so ab der Hälfte, haben sich doch einige gehäuft und das hat mich dann doch schwer geärgert. Ich kann mir gut vorstellen, dass es im Verlag echt viel zu tun gibt und dass einem auch mal ein Tippfehler durchgehen kann – passiert mir ja auch öfters mal. Aber in den letzten Jahren habe ich leider immer mehr Fehler in Büchern gefunden und ärger mich darüber, weil ich das Gefühl habe, dass das früher nicht so war. Aber wie seht ihr das? Fallen euch Fehler in den Büchern, die ihr lest, auf? Und wenn ja, ärgert euch das auch so sehr wie mich? Oder sollte ich mich besser abregen und das ganze auf eine Überempfindlichkeit wegen meines Studiums schieben?

Glücklicherweise gab sich das Ganze dann aber auch wieder, sodass ich das letzte Drittel des Buches wieder ganz entspannt lesen konnte!

Meine Empfehlung:

„Stell dir vor, dass ich dich liebe“ eignet sich dadurch, dass es abwechseln aus der Sicht von Libby und Jack geschrieben ist,  für alle ab 16 Jahren. Es ist eine leichte, romantische, aber dabei überhaupt nicht kitschige Liebesgeschichte mit sehr vielschichtigen Charakteren. Sie eignet sich einfach ganz hervorragend dafür, abzuschalten und die Seele baumeln zu lassen.

Das Buch hat mich so wahnsinnig begeistert, dass ich es euch allen wirklich nur ans Herz legen kann!

Bibliographische Daten:

Titel: Stell dir vor, dass ich dich liebe
Autorin: Jennifer Niven
Seiten: 464
Verlag: Fischer
ISBN: 9783737355100
Preis TB: 14,99€ / Preis Ebook: 12,99€
Erscheinungsjahr: 06/2017

Juni 2

Rezension „P.S. I still love you“

Cover des Buches "P.S. I still love you" von Jenny Han
© Hanser
https://www.hanser-literaturverlage.de

Wie bereits angekündigt habe ich „P.S. I still love you“ direkt im Anschluss an „To all the boys I’ve loved before“ gelesen und ich muss sagen, die Fortsetzung ist fantastisch – ideal zum Abschalten und Abtauchen!

Wer „To all the boys I’ve loved before“ noch nicht gelesen hat und noch lesen will, sollte diesen Beitrag besser erst später anschauen, da er SPOILER zu Teil 1 enthält! Wenn ihr meine Rezension zu Teil 1 lesen wollt, klickt am besten hier.

Zum Inhalt:

Der zweite Teil fängt genau da an, wo Teil eins aufhört: Mit Lara Jeans zweitem Brief an Peter, nachdem die beiden sich getrennt haben. Nachdem sie Peter den Brief gegeben hat, klären die beiden alle Probleme auf und wagen einen Neuanfang als Paar – diesmal aber einen echten! Es scheint als wären damit alle von Lara Jeans Träumen in Erfüllung gegangen und sie und Peter schweben auf Wolke sieben.

Doch dann werden die beiden Opfer von Cyber-Mobbing: Jemand hat ein Video von ihnen im Whirlpool gemacht und ins Internet gestellt! Lara Jean hat einen Verdacht, wer es gewesen sein könnte, doch Peter will von ihren Vermutungen nichts wissen.

Zusätzlich hängt Peter immer noch mit seiner Ex-Freundin Genevieve ab. Lara Jean versucht dem Ganzen nicht zu viel Bedeutung zuzuschreiben, aber das Paar entfernt sich unweigerlich immer mehr voneinander. Als dann auch noch John Ambrose McClaren auftaucht, nachdem auch ihn endlich sein Brief erreicht hat, ist das Gefühlschaos perfekt!

Schließlich findet Lara Jean heraus, wer das Video veröffentlicht hat und was Peter zu verheimlichen versucht hat. Das alles stellt sie vor ihre bisher schwierigste Entscheidung, aber welchen Weg wird sie wählen?

Mein Leseerlebnis:

„P.S. I still love you“ habe ich so schnell durchgelesen, wie schon lange kein Buch mehr. Ich war neugierig, wie es mir Lara Jean und Peter weitergeht und ich bin nicht enttäuscht worden. Der erste Teil hat mir zwar minimal besser gefallen, aber auch dieses Buch von Jenny Han ist großartig!

Besonders gut gefallen hat mir, dass man John Ambrose McClaren, der in Teil 1 nur ganz kurz vorgekommen ist und der Lara Jean irgendwie nie ganz aus dem Kopf ging, endlich richtig kennenlernt. Und ich muss sagen: Ich kann nur zu gut verstehen, warum sie den Jungen nicht vergessen kann! Auch die Enthüllungen rund um Genevieve haben mich sehr überrascht und ich bin gespannt, was ich in Teil drei noch alles erfahren werde.

Im zweiten Teil lernt man auch neue Seiten an Lara Jean kennen, was ich toll finde, schließlich sind Menschen so vielseitig und verändern sich, dass man sie nicht einfach in einem Buch vollkommen erfassen könnte. Auch erfährt man mehr über Lara Jeans alte Clique und ihre Vergangenheit, wodurch die Geschichte und die Personen noch authentischer werden.

Das einzige kleine Minus, das ich dem Buch gebe, ist für Lara Jeans Entscheidung ganz am Ende, aber ich habe ja noch nicht das letzte Wort der gesamten Geschichte gelesen. Ich bin gespannt, wie sich das Ganze im dritten Teil weiterentwickelt. – Nur gut, dass ich Teil 3 direkt bestellt habe und heute noch bei meinen liebe Kolleg/inn/en abholen kann.

„P.S. I still love you“ ist ein genialer Mix aus Liebesgeschichte, Herz-Schmerz, Freundschaft aber auch ernsten Themen wie Cyber-Mobbing.

Meine Empfehlung:

„P.S. I still love you“ eignet sich ebenso wie „To all the boys I loved before“ für Mädchen ab 12 Jahren und natürlich auch darüber hinaus. Es beschäftigt sich auf eine leichte und doch nie triviale Art mit der ersten Liebe, Freundschaft, Mobbing und auch dem ersten Liebeskummer.

Auch Teil 2 habe ich wieder auf Englisch gelesen und ich kann mich nur wiederholen: Wer sein Englisch verbessern oder nochmal nach längerer Zeit aufpolieren will hat mit der „To all the boys I’ve loved before“-Reihe eine großartige und kurzweilige Möglichkeit dazu.

Bibliographische Daten:

Deutsche Ausgabe:
Titel: P.S. I still love you
Autorin: Jenny Han
Seiten: 336
Verlag: Hanser
ISBN: 9783446254800
Preis TB: 16,00€ / Preis Ebook: 11,99€
Erscheinungsjahr: 01/2017

Englische Ausgabe:
Titel: P.S. I still love you
Autorin: Jenny Han
Seiten: 352
Verlag: Simon&Schuster
ISBN: 9781481444712
Preis TB: 10,99$
Erscheinungsjahr: 05/2015