Rezension „Cat & Cole I – Die letzte Generation“

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Cover des Buches "Cat und Cole - Die letzte Generation" von Emily Suvada
© Planet! Verlag https://www.thienemann-esslinger.de/planet/

„Cat & Cole“ ist auf jeden Fall ein Buch, das mich sehr überrascht hat. Ich hatte es kurz nach seinem Erscheinen schon mal in der Hand, damals hatte ich es aber vollkommen verkehrt eingeschätzt. Vom Titel und vom Cover her dachte ich zunächst, es wäre ein Buch aus dem Young-Adult-Genre und die sind einfach nicht mein Ding. Als ich dann während einer meiner Mittagspausen in der kleinen Buchhandlung vor Ort stöberte, fiel mir vor drei Wochen der zweite Teil in die Hände. Dabei musste ich feststellen, dass ich die Geschichte vollkommen falsch zugeordnet habe: Es ist eine Fantasy/Sciencefiction/Apokalypsen-Geschichte mit einer schönen Portion Genetik. Als ich das bemerkte, musste ich den ersten Teil sofort einkaufen und verschlingen!

Zum Inhalt:

Auf der Erde ist ein unheilbares, tödliches Virus ausgebrochen. Catarina Agatta lebt seitdem alleine in einer Hütte im Wald, wo sie sich vor dem Konzern Cartaxus versteckt, der ihren Vater und ihren Freund entführt hat. Ganze zwei Jahre hat sie alles getan, um zu überleben, als eines Tages ein junger Cartaxus-Soldat sie in ihrem Versteck aufspürt. Er hat eine Nachricht von ihrem Vater, Lachlan Agatta: Er hat ein Heilmittel für das Virus gefunden, aber damit die Menschheit gerettet werden kann, muss Cat mit dem Soldaten zusammenarbeiten. Aber kann sie Cole, der sein ganzes Leben bei Cartaxus verbracht zu haben scheint, tatsächlich trauen? Und was verbindet ihren Vater mit ihm? Welche düsteren Geheimnisse hat Lachlan vor ihr verbogen gehalten? Cat hat kaum Zeit mehr zu erfahren, denn das Herstellen des Impfstoffs ist ein Wettlauf gegen die Zeit.

Mein Leseerlebnis:

WOW – was für eine spannende und geniale Geschichte! Cat und Cole war wie ein Actionfilm – nicht eine Szene verging ohne, dass eine Überraschung auf mich wartete oder mir vor lauter Spannung der Atem stockte. Ein wirklich großartiges Buch.

Total begeistert hat mich, dass ich immer wieder überrascht wurde und ich auch das Ende nicht vorhergesehen habe! Ein absolut tolles Erlebnis für eine ehemalige Buchhändlerin, die doch schon so einige Bücher gelesen hat.

„Cat und Cole“ unterscheidet sich meiner Meinung nach dadurch von anderen Büchern dieses Genres, dass es nicht die „typische Liebesgeschichte“ enthält. Natürlich gibt es eine Liebesgeschichte, aber die entwickelt sich anders, als man es von anderen Geschichten gewohnt ist und wie ich es auch zu Beginn erwartet hatte. Aber mehr will ich dazu nicht verraten, das solltet ihr besser selbst herausfinden.

Sehr gut gefallen hat mir auch, dass nicht erst das ganze Setting erklärt wird, sondern ich im Laufe der Geschichte immer mehr über die Welt und ihre Regeln erfahren habe. Zum Beispiel: Wie kann man sich temporär vor dem Virus schützen? Oder welche genetischen Veränderungen gibt es und wo liegen deren Grenzen? Emily Suvada hat mir all das nicht erzählt, sondern ich habe es Schritt für Schritt selbst entdeckt, während ich mit Cat mitgefiebert habe – das hat mir wirklich richtig Spaß gemacht. Einfach mal nicht alles von Anfang an zu wissen, sondern auch etwas im Ungewissen zu bleiben.

Am meisten überrascht hat mich aber eindeutig das Ende: Ein paar Dinge habe ich geahnt, aber andere definitiv nicht, sodass ich echt überrascht war. Das Buch war von der ersten bis zur letzten Seite einfach unglaublich fesselnd! Das Ende war ein guter Abschluss, aber gleichzeitig hat es Hunger auf mehr gemacht – darum habe ich auch den zweiten Band bereits hier liegen, um ihn bald anzufangen (vorher will aber noch ein anderes Buch zwischendurch gelesen werden).

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es jedoch: Mir sind immer wieder Tipp- und Schreibfehler aufgefallen. Das tut der Geschichte zwar nicht wirklich weh, aber genervt hat es mich schon… Wenn ihr auf solche Fehler auch allergisch reagieren solltet, lasst euch davon aber nicht abhalten, Cat und Cole zu lesen. Es lohnt sich „darüber hinweg zu lesen“ – und vielleicht sind die Fehler in der nächsten Auflage ja auch schon gar nicht mehr enthalten!?

Meine Empfehlung:

„Cat und Cole“ ist eine Geschichte für alle ab 15 Jahren – für jüngere Leserinnen und Leser würde ich das Buch nicht empfehlen, da es doch stellenweise recht blutig ist. Ansonsten ist es für alle Fantasy-, Sciencefiction- und Dystopie-Fans super geeignet. Außerdem werden auch allen Fans von gut durchdachten und in sich logischen Geschichten ihre Freude an „Cat und Cole“ haben. Das Buch ist aber vor allem für all diejenigen ein Muss, die unbedingt nochmal von einem Buch überrascht werden wollen!

Bibliographische Daten:

Deutsche Ausgabe:
Titel: Cat und Cole – Die letzte Generation
Autorin: Emily Suvada
Übersetzerin: Vanessa Lamatsch
Seiten: 480
Verlag: Planet!
ISBN:  978-3-522-50559-8
Preis SC: 17,00€ / Preis Ebook: 12,99€
Erscheinungsjahr: 06/2018

Englische Ausgabe:
Titel: This mortal coil
Autorin: Emily Suvada
Seiten: 464
Verlag: Penguin
ISBN:  9780141379272
Preis TB: £7.99 / Preis Ebook: £7.99
Erscheinungsjahr: 11/2017

Rezension „Nur drei Worte“ (oder „Love Simon“)

Cover des Buches "Nur drei Worte" von Becky Albertalli
© Carlsen www.carlsen.de

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Auf „Nur drei Worte“ (oder besser gesagt „Simon vs. the homo sapiens agenda“, schließlich habe ich das Buch auf Englisch gelesen) bin ich durch Zufall gestoßen. Ich hatte das Buch schon öfter in meiner Lieblingsbuchhandlung gesehen und meine ehemalige Kollegin hat mir vorgeschwärmt, wie toll sie es fand, aber richtig überzeugt war ich nicht. Als ich dann auf YouTube nach neuen Strickanleitungen gesucht habe, bekam ich als Werbeanzeige vor dem Tutorial den Trailer zum Film eingeblendet. Der war so witzig und hat mich einfach so neugierig gemacht, dass ich dann doch beschlossen habe, das Buch zu lesen. Und was soll ich sagen? „Simon vs. the homo sapiens agenda“ hat mich vollkommen überrascht und total vom Hocker gehauen!

Zum Inhalt:

Simon ist ein ganz normaler 17-jähriger Junge: Er besucht die Highschool, hat zwei Schwestern, ziemlich entspannte Eltern und großartige Freunde. Alles ändert sich, als einer seiner Mitschüler hinter sein größtes Geheimnis kommt und ihn erpresst. – Simon ist nämlich schwul und hat es noch niemandem erzählt. Er möchte den Zeitpunkt selbst bestimmen, an dem er seine sexuelle Orientierung offenbart, darum lässt er sich auf die Erpressung ein.

In jeder freien Minute schreibt Simon sich mit einem anderen Jungen (Blue), der dieselbe Schule wie er besucht und ebenfalls schwul ist, anonym E-Mails. Die beiden sind auf einer Wellenlänge und Simon wüsste nur zu gerne, wer sein Gegenüber ist. Als er erpresst wird, befürchtet er, dass Blue den Kontakt abbrechen könnte, sollte etwas von ihrer Korrespondenz öffentlich werden.

Simons Geheimnis bleibt natürlich nicht lange geheim: Jemand veröffentlicht einen Teil der E-Mails, die er mit Blue geschrieben hat auf Tumblr und schon weiß die ganze Schule Bescheid. Simons Leben ist von nun an nicht mehr dasselbe: Blue bricht den Kontakt ab, Simons Mitschüler machen sich über ihn lustig und seine Freunde sind von ihm enttäuscht, weil er ihnen nicht vertraut hat. Doch Simon wäre nicht Simon, wenn er die ganze Situation nicht mit Humor und einer guten Portion Selbstbewusstsein zu nehmen wüsste. Er setzt alles daran, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen und herauszufinden, wer seiner Mitschüler Blue ist. Als er ihn endlich trifft, wartet eine große Überraschung auf Simon…

Mein Leseerlebnis:

Ich hatte so unglaublich viel Spaß daran, „Simon vs. the homo sapiens agenda“ zu lesen – das hatte ich gar nicht erwartet. Das Buch hat meine Erwartungen in allen Bereichen übertroffen. Nicht nur, dass es echt gut geschrieben ist und über die gesamte Länge spannend bleibt, die Geschichte ist auch nicht vorhersehbar, wie es sonst bei Lovestories oft der Fall ist, und überrascht dadurch immer wieder mit ihren Wendungen. Besonders gut hat mir gefallen, dass ich bis zum Ende wirklich nicht wusste, wer Blue ist. Als das Geheimnis dann schließlich gelüftet wurde, passte es aber einfach perfekt.

Besonders gut hat mir auch gefallen, wie Becky Albertalli die Theaterproben und -aufführungen des Musicals „Oliver!“ beschrieben hat. Ich hatte dieses Musical schon ganz vergessen gehabt, aber „Nur drei Worte“ hat mich wieder daran erinnert und seit dem höre ich die Lieder immer wieder und denke dabei an Simon, Nick, Abby, Leah und Blue.

Ich war sehr traurig, als ich in meinem Tolino umblätterte und das Buch zu ende war. Das Ebook hat nämlich noch einige Seiten mehr, als nur den Text des Buches: Es enthält auch die ganzen E-Mails von Blue und Simon. Das finde ich echt super, allerdings war die Geschichte dann schon 100 Seiten früher zu ende, als ich erwartet hatte.

Meine Empfehlung:

„Simon vs. the homosapiens agenda“ ist ein großartiger Coming-of-Age-Roman! Ich war erst skeptisch, ob ich mit dieser Art von Liebesgeschichte etwas anfangen kann, aber sie war einfach toll! Becky Albertalli erzählt so mitreißend darüber, wie es für Simon ist, mit seinem Geheimnis zu leben.

Ich empfehle dieses Buch allen ab 14 Jahren, die nach einer tollen Geschichte, über Liebe, Freundschaft und das Erwachsenwerden lesen wollen.

Bibliographische Daten:

Deutsche Ausgabe:
Titel: Nur drei Worte (Filmausgabe: „Love Simon“)
Autorin: Becky Albertalli
Seiten: 320
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-55609-7
Preis HC: 16,99€ / Film-TB 8,99€ / Preis Ebook: 8,99€
Erscheinungsjahr: 02/2016

Englische Ausgabe:
Titel: Simon vs. the homo sapiens agenda
Autorin: Becky Albertalli
Seiten: 352
Verlag: Penguin
ISBN: 9780241330135
Preis TB: 7,99€ / Preis Ebook: 6,99€
Erscheinungsjahr: 06/2016

Rezension: „Offline ist es nass, wenn’s regnet“

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„Offline ist es nass, wenn’s regnet“ ist ein Buch, dessen Titel mich sofort angesprochen hat. Das Cover gefiel mir auch ganz gut, aber in die Hand genommen habe ich es vor allem wegen des Titels. Als ich mir dann den Klappentext durchgelesen hatte, wusste ich, dass ich das Buch lesen möchte – und es hat mich voll überzeugt.

Zum Inhalt:

Cover des Buches "Offline ist es nass, wenn's regnet" von Jessi Kriby
© Loewe Verlag www.loewe-verlag.de

Mari lebt den Traum vieler junger Mädchen: Sie ist eine erfolgreiche Influencerin. Auf ihren unterschiedlichen Social Media Kanälen folgen ihr viele tausend Menschen und kommentieren alle ihre Beiträge. Aber der Traum hat auch seine Schattenseiten und Maris Leben fühlt sich leer und unecht an.

Als sie an ihrem 18. Geburtstag ein einzigartiges Geschenk von ihrer Tante erhält, steht ihr Entschluss fest: Sie wendet ihrem digitalen Leben den Rücken zu und geht stattdessen hiken. Auf ihrem Weg – dem John Muir Trail – durch den Yossemite Nationalpark lernt sie sich selbst neu kennen. Natürlich lernt sie auch andere Wanderer kennen und findet sogar echte Freunde auf ihrem Hike. Sie genießt ihr neues Leben in vollen Zügen, aber ihre Vergangenheit verfolgt sie, auch auf dem Trail. Ob ihre neuen Freunde Verständnis haben werden, wenn sie erfahren, wer Mari wirklich ist?

Mein Leseerlebnis:

„Offline ist es nass, wenn’s regnet“ hat mich richtig gefesselt. Anfangs war ich vor allem gespannt, ob die Geschichte auch hält, was sie verspricht. Sie sollte eine gute Mischung aus „Girl online“ und „Ich bin dann mal weg“ sein. Beides Bücher, die ich gerne gelesen habe. Aber ich hatte Sorge, dass mir die Geschichte zu oberflächlich sein könnte. Das war mal wieder vollkommen unnötig: Jessi Kirby hat einen großartigen Roman geschrieben, der richtig Lust auf das Wandern in der Natur macht, gleichzeitig aber auch den Blick nach innen wendet. Zwischenzeitlich hat es mich sogar ein bisschen an „Das Schicksal ist ein Mieser Verräter“ oder „Nicht weg und nicht da“ erinnert. Eine tolle Geschichte, die für mich Elemente aus all den genannten Büchern super verbindet.

Sehr gut gefallen hat mir auch, dass die Autorin einen Blick hinter die Kulissen des Influencer-Lebens gegeben hat. Wenn man solchen Accounts folgt, denkt man oft nicht darüber nach, wie viel Arbeit und auch Retusche hinter einzelnen Posts steckt. Auch das aufblitzen der „alten Gewohnheiten“ auf der Wanderung fand ich sehr authentisch und schön: Jedes Mal, wenn Mari überlegt, wie sie ein bestimmtes Motiv, das sie sieht, auf Instagram inszenieren würde. Aber je länger sie unterwegs ist, desto seltener scheint sie daran zu denken. Man erlebt ihre Veränderung beim Lesen voll mit.

Als Mari ihre neuen Freunde findet, mit denen sie den Trail später gemeinsam bewältigt, dachte ich mir im ersten Moment nur: „Muss das jetzt sein?“ Ich hätte es auch sehr spannend gefunden, wenn sie die ganze Strecke alleine geschafft hätte. Aber vermutlich wäre das für ein Jugendbuch auch etwas langweilig gewesen – und außerdem wäre es wahrscheinlich auch nicht sehr authentisch gewesen, von daher war es okay.

Meine Empfehlung:

„Offline ist es nass, wenn’s regnet“ ließ sich angenehm leicht lesen. Ich kam immer schnell rein und ich musste beim Lesen auch nicht viel nachdenken. Das habe ich sehr genossen, weil ich in meinem Urlaub zuhause auf dem Balkon einfach ein bisschen abschalten und die Sonne genießen wollte. – Das Buch eignet sich also ideal als Urlaubslektüre für Mädchen ab 14 Jahren und alle junggebliebenen Frauen.

Bibliographische Daten:

Deutsche Ausgabe:
Titel: Offline ist es nass, wenn’s regnet
Autorin: Jessi Kirby
Seiten: 336
Verlag: Loewe
ISBN: 9783743203778
Preis TB: 14,95€ / Preis Ebook: 11,99€
Erscheinungsjahr: 01/2019

Englische Ausgabe:
Titel: The other side of lost
Autorin: Jessi Kriby
Seiten: 320
Verlag: Harper Collins
ISBN: 9780062424242
Preis: 15,99€ / Preis Ebook: 10,99€
Erscheinungsjahr: 08/2018

Rezension: „Totenpfad“

Cover des Buches "Totenpfad" von Elly Griffiths
© Rowohlt Verlag www.rowohlt.de
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Als ich auf der Suche nach neuem Lesestoff meine Regale durchstöberte, stolperte ich über „Knochenhaus“ von Elly Griffiths. Ich hatte das Buch irgendwann mal von einem der vielen Mängelexemplar-Tische mitgenommen aber nie gelesen. Als es mir beim Stöbern dann jetzt nochmal in die Hände fiel, dachte ich „Jetzt ist es Zeit, dieses Buch zu lesen“. Bei genauerem Hinsehen musste ich dann aber feststellen, dass es sich um den zweiten Fall für Ruth Galloway handelt. Weil ich aber Bücher eigentlich immer in der richtigen Reihenfolge lese, habe ich „Knochenhaus“ noch einmal auf Seite gestellt und mir stattdessen „Totenpfad“ auf Englisch für meinen Tolino geholt. Dadurch kann ich im Moment sogar zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Ich kann einen spannenden und toll geschriebenen Krimi lesen und komme nochmal etwas mehr in britisches Englisch rein (ich musste nämlich feststellen, dass ich, wenn ich Bücher auf Englisch lese, es dann meist amerikanische Bücher sind…). Das mit dem britischen Englisch ist deshalb gut, weil ich dieses Semester einen Kurs an der Uni habe, der auch komplett in (britischem) Englisch gehalten wird.

Zum Inhalt:

In den abgeschiedenen Salzwiesen Norfolks entdeckt die Polizei die Knochen eines toten Mädchens. Detective Harry Nelson ist sich sicher, dass es die Überreste der vor zehn Jahren verschwundenen Lucy Downey sind. Um einen ersten Anhaltspunkt zu erhalten, ob es sich um die Knochen des Mädchens handelt oder doch eher um einen Fund aus grauer Vorzeit, zieht er die forensische Archäologin Ruth Galloway hinzu. Schnell stellt sich heraus, dass die Knochen nicht die von Lucy Downey sind, sondern von einem Mädchen aus der Eisenzeit.

Doch nur kurz nach diesem Fund, verschwindet ein weiteres kleines Mädchen und Detective Nelson erhält mysteriöse Briefe, die von dem Entführer der beiden Mädchen zu stammen scheinen. Der Verfasser verweist in den Briefen immer wieder auf alte heidnische Rituale. Alles scheint mit einer Ausgrabung zusammenzuhängen, an der Ruth vor zehn Jahren in den Salzwiesen teilgenommen hat, gemeinsam mit ihrem Mentor Erik und Peter, ihrem damaligen Partner. Ruth scheint damit auf der richtigen Spur zu sein, denn schon bald erhält sie Nachrichten vom Entführer und wird sogar von ihm bedroht. Schon bald weiß sie nicht mehr, wem sie trauen kann und wem nicht, aber ihr ist klar, dass sie dem Täter näher steht, als sie dachte…

Mein Leseerlebnis:

„Totenpfad“ war ein wirkliches Leseerlebnis, weil die Geschichte einfach ganz anders verlief, als ich erwartet hatte. Meist lese ich eher spannende und blutige Thriller. Wie sich beim Lesen rausstellte gehört „Totenpfad“ aber nicht in dieses Genre, sondern zu den „Cosy-Crime“-Büchern. Dadurch, dass ich das aber nicht vorher wusste, hatte mich die Geschichte schon so gefangen genommen, dass ich immer weiter lesen musste. Ich war zwischenzeitlich etwas irritiert, weil in der Geschichte doch relativ wenig Personen vorkommen. Ich war mir unsicher, ob mich die Auflösung, wer der Täter ist, wirklich überraschen könnte. Am Schlimmsten hätte ich es gefunden, wenn es eine gänzlich unbekannte, außenstehende Person gewesen wäre, aber meine Befürchtungen waren umsonst. Die Auflösung ist unglaublich spannend und hat mich echt überrascht. – Dafür hat „Totenpfad“ schon mal einen dicken Pluspunkt verdient.

Etwas schade fand ich es, dass sich die Ereignisse an ein paar Stellen so überschlugen und in eine unvorhersehbare Richtung gingen. Ich bin mir auch immer noch nicht ganz sicher, ob ich die Entscheidungen von Ruth Galloway und Detective Nelson an diesen Stellen richtig nachvollziehen kann, aber da dies das Einzige war, das mich etwas an der Geschichte gestört hat, finde ich es auch nicht so schlimm.

Ruth Galloway und Detective Harry Nelson sind sehr interessante Charaktere, die noch so manche verborgene Seite haben. Ich hoffe, dass ich diese noch in den weiteren Büchern zu sehen bekomme.

Meine Empfehlung:

„Totenpfad“ ist ein toller Krimi für alle, die es nicht zu blutig aber trotzdem spannend mögen. Es hält auch noch die eine oder andere Überraschung für Leser bereit, die bereits sehr viele Krimis gelesen haben.

Das englische Buch ließ sich sehr gut lesen und hatte nicht zu viele schwierige Vokabeln, wie es sonst schon mal bei Büchern der Fall ist, die von Forensikerinnen handeln (wie zum Beispiel Kathy Reichs oder Patricia Cornwell). Ich würde auch empfehlen, es eher auf Englisch zu lesen, da ich fürchte, dass einiges an Wortwitz bei der Übersetzung verloren gegangen sein könnte.

Bibliographische Daten:

Deutsche Ausgabe:
Titel: Totenpfad
Autorin: Elly Griffiths
Seiten: 333
Verlag: Rowohlt
ISBN: 9783499252198
Preis TB: 8,99€ / Preis Ebook: 8,99€
Erscheinungsjahr: 12/2011

Englische Ausgabe:
Titel: The Crossing Places
Autorin: Elly Griffiths
Seiten: 320
Verlag: Quercus Publishing Plc
ISBN: 9781786481863
Preis TB: 9,49€ / Preis Ebook: 3,99€
Erscheinungsjahr: 06/2016

Rezension: „Fangirl“

Cover des Buches "Fangirl" von Rainbow Rowell
© Hanser https://www.hanser-literaturverlage.de

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„Fangirl“ war ein Spontankauf bei meinem letzten Besuch in meiner Lieblingsbuchhandlung. Das auf den ersten Blick eher unscheinbare Cover und die Autorin haben mich irgendwie angesprochen. – Den Vorgänger „Eleanor und Park“ habe ich leider bisher noch nicht gelesen, aber nach „Fangirl“ habe ich es fest vor, weil mir die Geschichte und der Schreibstil einfach super gefallen haben!

Zum Inhalt:

Cather und Wren sind Zwillinge. Sie haben ihren Highschool-Abschluss in der Tasche und gehen nun auf das College. Das erste Mal, dass sie nicht mehr zuhause wohnen, das erste Mal, dass sie ihren Vater alleine lassen und das erste Mal, dass die beiden nicht mehr zusammen wohnen. Sie besuchen zwar dasselbe College, aber Wren hat beschlossen, ihren eigenen Weg zu gehen. Deshalb will sie lieber nicht mit Cather zusammenwohnen, sondern mit einem anderen, einem fremden Mädchen. Cather ist von der Aussicht ebenfalls mit einer Wildfremden zusammen wohnen zu müssen nicht besonders begeistert. Aber trotzdem nimmt sie das Abenteuer College in Angriff. Dabei darf natürlich ihr Laptop nicht fehlen, um weiter an ihren Fanfiction-Geschichten schreiben zu können. Genauso wenig wie ihre Simon-Snow-Poster.

Ihre Mitbewohnerin Reagan  ist ihr gegenüber anfangs recht kratzbürstig, nach einiger Zeit raufen sich die beiden aber zusammen. Woran Cath sich aber nicht so richtig gewöhnen kann, ist Reagans bester Freund Levi, der die Hälfte der Zeit in Reagans und Caths Zimmer verbringt – unabhängig davon, ob Reagan da ist oder nicht. Je mehr Zeit sie mit ihm verbringt, desto netter findet sie ihn. Gleichzeitig ist da aber auch noch Nick, der Junge aus dem „Kreatives Schreiben“-Kurs. Mit ihm trifft sich Cath immer, um an einer gemeinsamen Geschichte zu schreiben. Eigentlich wollte sie am College überhaupt keine Freundschaften schließen – geschweige denn, Jungs kennen lernen. Sie wollte einfach ihre Kurse besuchen und an ihrer Fanfiction weiterarbeiten. Die beiden interessieren sie mit der Zeit aber immer mehr. Ob die beiden sich auch für sie interessieren? Und ob Cath ihr eigenes Happyend finden wird?

Mein Leseerlebnis:

Ich bin an das Buch eigentlich mit sehr wenig Erwartungen rangegangen. Ich wollte mich einfach überraschen lassen und muss sagen, die Geschichte hat mich von den Füßen gerissen. Sie ist großartig! Ich konnte mich sehr mit Cath identifizieren, weil sie so unglaublich schüchtern ist und eigentlich nur ihr eigenes Ding durchziehen wollte, ihr das Leben dann aber einfach dazwischen kommt. Auch die Tatsache, dass sie Fanfiction schreibt, ist mir sehr sympathisch. Ich habe selbst auch  zuerst Fanfiction geschrieben. Auch die Probleme beim Umstieg von Fanfiction auf eigene Geschichten konnte ich nur zu gut nachvollziehen und habe deshalb mit Cath mitgefiebert.

Was mich die ganze Zeit etwas irritiert hat, war die Tatsache, dass ich mir anfangs nicht sicher war, ob es die Simon Snow Bücher, über die die ganze Zeit geredet wird, wirklich gibt oder nicht. Nach einiger Recherche habe ich dann herausgefunden, dass es die Bücher nicht gibt. Viele vermuten, dass es sich dabei um eine Anlehnung an die Harry Potter Bücher handelt. Zwischen den einzelnen Kapiteln waren immer Ausschnitte aus den fiktiven Simon Snow Büchern  und Caths Fanfiction eingestreut. Diese Schnipsel haben mich so neugierig auf die Welt von Simon Snow gemacht, dass ich etwas traurig bin, dass es die Bücher nicht gibt. Rainbow Rowell hat zwar selbst ein Simon Snow Buch geschrieben, aber ich habe noch keine Zeit gefunden, es zu lesen. Daher weiß ich nicht, ob diese Geschichte der Fanfiction von Cather entspricht oder einem der fiktiven Simon Snow Bücher. Ich denke aber, dass ich das Buch über Simon Snow irgendwann auch noch lesen werde.

Besonders gefallen haben mir die vielen unterschiedlichen Charaktere in „Fangirl“, die die Geschichte so unglaublich interessant gemacht haben. Jeder hat seine eigene Geschichte, die nach und nach ans Licht kommt und mich als Leserin einfach total gefesselt hat.

Rainbow Rowell hat auch die Beziehung zwischen Cath und ihrer Zwillingsschwester Wren sehr gut beschrieben. Dadurch dass ich selbst drei ältere Schwestern habe, weiß ich nur zu gut, wie Schwestern aufeinander aufpassen, auch wenn die andere es vielleicht gar nicht möchte. Mich hat aber nicht nur fasziniert, wie die Beziehung zwischen den Schwestern beschrieben wird, sondern auch die restliche Familie. Wie alle – egal wie weit sie auch voneinander entfernt sein mögen – aufeinander aufpassen, sich umeinander kümmern und stets zusammenhalten, egal womit das Leben um die Ecke kommt.

Meine Empfehlung:

„Fangirl“ ist eine Geschichte für alle Mädchen und Frauen ab 13 Jahren, die Bücher und Geschichten genauso lieben wie Cath. Die Liebe zu Büchern und ihren Geschichten ist so spürbar und warmherzig, dass jedem Bücherfreund das Herz aufgeht.

„Fangirl“ ist ein Buch, dass ich definitiv mehr als nur einmal lesen werde und daher hat sich es für mich definitiv gelohnt, das Buch mit dem festen Einband zu kaufen.

Bibliographische Daten:

Titel: Fangirl
Autorin: Rainbow Rowell
Seiten: 480
Verlag: Hanser
ISBN: 978-3-446-25700-9
Preis HC: 18,00€ / Preis Ebook: 13,99€
Erscheinungsjahr: 07/2017