Juli 24

Rezension: „Stell dir vor, dass ich dich liebe“

Cover des Buches "Stell dir vor, dass ich dich liebe" von Jennifer Niven
© Fischer
http://www.fischerverlage.de

Ich war auf der Suche nach etwas Neuem zu lesen, weil mich einfach wieder kein Buch fesseln konnte. Darum bin ich mit meinem Tolino in der Onleihe gesurft, aber auch da hat mich nichts so richtig begeistern können. Trotzdem habe ich zwei Bücher ausgeliehen. Als ich dann auf der Startseite meines Readers war, lachte mich im unteren Drittel der Startseite auf einmal dieses Buch im Shop an und ich war sofort Feuer und Flamme! Ich erkannte die Machart des Covers sofort – ähnelt es dem von „All die verdammt perfekten Tage“ doch ungemein (zumindest in den Graustufen, die der Tolino anzeigt. Im Buchladen habe ich jedoch ziemlich lange suchen müssen, weil ich davon ausging, dass das Cover ebenfalls blau sei…).

Ich habe mir also schnell die Leseprobe runtergeladen und verschlungen. Dieser kleine Ausschnitt hat mich dann direkt so heiß gemacht, dass ich mir das Buch sofort als Ebook herunter geladen habe! Trotz Semesterende konnte ich kaum aufhören zu lesen und kann euch nur sagen: „Stell dir vor, dass ich die liebe“ ist ganz anders als ich erwartet habe, aber mein absolutes Lieblingsbuch diesen Sommer!

Zum Inhalt:

Libby Strout war der dickste Teenager der USA. Sie war so dick, dass sie weder das Haus noch das Bett verlassen konnte und schließlich mit einem Kran aus ihrem Haus befreit und ins Krankenhaus gebracht werden musste. Seitdem hat Libby sehr viel abgenommen – auch wenn sie noch einen langen Weg vor sich hat – und beginnt das Leben wieder zu genießen. Sie geht sogar wieder in eine normale Highschool und findet dort Freunde. Sie stößt aber auch auf viel Ablehnung und Hohn. Durch einen demütigenden Zwischenfall an ihrem ersten Tag zurück an der Schule, lernt sie Jack Masselin kennen, der unter Gesichtsblindheit leidet und selbst seine Familie nicht erkennen kann. Jeder Tag in der Schule ist für ihn wie ein Spießrutenlauf. Nur gut, dass er Strategien entwickelt hat, um seine Probleme so gut es geht, zu umgehen. So versteckt er seine Gesichtsblindheit hinter einen undurchlässigen, harten Schale.

Durch den Vorfall an Libbys erstem Schultag, müssen die beiden jedoch mehr Zeit miteinander verbringen. Schon bald kann Libby hinter Jacks Fassade blicken und lernt den echten Jack kennen, der Jack, der eigentlich gar kein Großkotz ist, sondern nett und oftmals unsicher. Die beiden helfen einander bei ihren Problemen und Ängsten – und davon haben beide mehr als genug. Dabei kommen sich die beiden immer näher, aber hat ihre Freundschaft eine Chance? Und besteht vielleicht sogar die Möglichkeit, dass aus dieser Freundschaft mehr werde könnte?

Mein Leseerlebnis:

Ich habe es sehr genossen, „Stell dir vor, dass ich dich liebe zu lesen“. Es ist mal wieder so großartig und mitreißend geschrieben, wie der letzte Roman von Jennifer Niven auch.

Ich habe mit Libby und Jack mitgefiebert und so sehr gehofft, dass sie alle Widrigkeiten beseitigen können. Die beiden sind so unglaublich vielschichtig, dass man immer wieder neue Dinge an ihnen entdecken kann. Das hat mich besonders begeistert, weil es einfach nicht langweilig wurde mit den beiden und sie mich immer wieder aufs Neue überrascht haben. Nur leider war das Buch dann vor lauter Lesefreude viel zu schnell ausgelesen…

Es hat mir auch sehr sehr gut gefallen, dass die beiden, obwohl sie hinter die Fassade des jeweils anderen schauen konnten, immer noch Geheimnisse vor einander hatten (ich denke dabei an ein ganz bestimmtes, aber das verrate ich euch hier natürlich nicht. Dafür müsst ihr das Buch schon selber lesen).

Ich war in der Mitte des Buches nur etwas enttäuscht vom Lektorat. Die Geschichte und auch die Übersetzung gefallen mir sehr sehr gut, aber es ärgert mich immer wieder, wie sehr Rechtschreibung, Tippfehler und ähnliches mittlerweile beim Lektorieren vernachlässigt werden. Im ersten Teil des Buches waren sehr sehr wenig Fehler, was mich echt gefreut hat. Aber dann, so ab der Hälfte, haben sich doch einige gehäuft und das hat mich dann doch schwer geärgert. Ich kann mir gut vorstellen, dass es im Verlag echt viel zu tun gibt und dass einem auch mal ein Tippfehler durchgehen kann – passiert mir ja auch öfters mal. Aber in den letzten Jahren habe ich leider immer mehr Fehler in Büchern gefunden und ärger mich darüber, weil ich das Gefühl habe, dass das früher nicht so war. Aber wie seht ihr das? Fallen euch Fehler in den Büchern, die ihr lest, auf? Und wenn ja, ärgert euch das auch so sehr wie mich? Oder sollte ich mich besser abregen und das ganze auf eine Überempfindlichkeit wegen meines Studiums schieben?

Glücklicherweise gab sich das Ganze dann aber auch wieder, sodass ich das letzte Drittel des Buches wieder ganz entspannt lesen konnte!

Meine Empfehlung:

„Stell dir vor, dass ich dich liebe“ eignet sich dadurch, dass es abwechseln aus der Sicht von Libby und Jack geschrieben ist,  für alle ab 16 Jahren. Es ist eine leichte, romantische, aber dabei überhaupt nicht kitschige Liebesgeschichte mit sehr vielschichtigen Charakteren. Sie eignet sich einfach ganz hervorragend dafür, abzuschalten und die Seele baumeln zu lassen.

Das Buch hat mich so wahnsinnig begeistert, dass ich es euch allen wirklich nur ans Herz legen kann!

Bibliographische Daten:

Titel: Stell dir vor, dass ich dich liebe
Autorin: Jennifer Niven
Seiten: 464
Verlag: Fischer
ISBN: 9783737355100
Preis TB: 14,99€ / Preis Ebook: 12,99€
Erscheinungsjahr: 06/2017

Juni 2

Rezension „P.S. I still love you“

Cover des Buches "P.S. I still love you" von Jenny Han
© Hanser
https://www.hanser-literaturverlage.de

Wie bereits angekündigt habe ich „P.S. I still love you“ direkt im Anschluss an „To all the boys I’ve loved before“ gelesen und ich muss sagen, die Fortsetzung ist fantastisch – ideal zum Abschalten und Abtauchen!

Wer „To all the boys I’ve loved before“ noch nicht gelesen hat und noch lesen will, sollte diesen Beitrag besser erst später anschauen, da er SPOILER zu Teil 1 enthält! Wenn ihr meine Rezension zu Teil 1 lesen wollt, klickt am besten hier.

Zum Inhalt:

Der zweite Teil fängt genau da an, wo Teil eins aufhört: Mit Lara Jeans zweitem Brief an Peter, nachdem die beiden sich getrennt haben. Nachdem sie Peter den Brief gegeben hat, klären die beiden alle Probleme auf und wagen einen Neuanfang als Paar – diesmal aber einen echten! Es scheint als wären damit alle von Lara Jeans Träumen in Erfüllung gegangen und sie und Peter schweben auf Wolke sieben.

Doch dann werden die beiden Opfer von Cyber-Mobbing: Jemand hat ein Video von ihnen im Whirlpool gemacht und ins Internet gestellt! Lara Jean hat einen Verdacht, wer es gewesen sein könnte, doch Peter will von ihren Vermutungen nichts wissen.

Zusätzlich hängt Peter immer noch mit seiner Ex-Freundin Genevieve ab. Lara Jean versucht dem Ganzen nicht zu viel Bedeutung zuzuschreiben, aber das Paar entfernt sich unweigerlich immer mehr voneinander. Als dann auch noch John Ambrose McClaren auftaucht, nachdem auch ihn endlich sein Brief erreicht hat, ist das Gefühlschaos perfekt!

Schließlich findet Lara Jean heraus, wer das Video veröffentlicht hat und was Peter zu verheimlichen versucht hat. Das alles stellt sie vor ihre bisher schwierigste Entscheidung, aber welchen Weg wird sie wählen?

Mein Leseerlebnis:

„P.S. I still love you“ habe ich so schnell durchgelesen, wie schon lange kein Buch mehr. Ich war neugierig, wie es mir Lara Jean und Peter weitergeht und ich bin nicht enttäuscht worden. Der erste Teil hat mir zwar minimal besser gefallen, aber auch dieses Buch von Jenny Han ist großartig!

Besonders gut gefallen hat mir, dass man John Ambrose McClaren, der in Teil 1 nur ganz kurz vorgekommen ist und der Lara Jean irgendwie nie ganz aus dem Kopf ging, endlich richtig kennenlernt. Und ich muss sagen: Ich kann nur zu gut verstehen, warum sie den Jungen nicht vergessen kann! Auch die Enthüllungen rund um Genevieve haben mich sehr überrascht und ich bin gespannt, was ich in Teil drei noch alles erfahren werde.

Im zweiten Teil lernt man auch neue Seiten an Lara Jean kennen, was ich toll finde, schließlich sind Menschen so vielseitig und verändern sich, dass man sie nicht einfach in einem Buch vollkommen erfassen könnte. Auch erfährt man mehr über Lara Jeans alte Clique und ihre Vergangenheit, wodurch die Geschichte und die Personen noch authentischer werden.

Das einzige kleine Minus, das ich dem Buch gebe, ist für Lara Jeans Entscheidung ganz am Ende, aber ich habe ja noch nicht das letzte Wort der gesamten Geschichte gelesen. Ich bin gespannt, wie sich das Ganze im dritten Teil weiterentwickelt. – Nur gut, dass ich Teil 3 direkt bestellt habe und heute noch bei meinen liebe Kolleg/inn/en abholen kann.

„P.S. I still love you“ ist ein genialer Mix aus Liebesgeschichte, Herz-Schmerz, Freundschaft aber auch ernsten Themen wie Cyber-Mobbing.

Meine Empfehlung:

„P.S. I still love you“ eignet sich ebenso wie „To all the boys I loved before“ für Mädchen ab 12 Jahren und natürlich auch darüber hinaus. Es beschäftigt sich auf eine leichte und doch nie triviale Art mit der ersten Liebe, Freundschaft, Mobbing und auch dem ersten Liebeskummer.

Auch Teil 2 habe ich wieder auf Englisch gelesen und ich kann mich nur wiederholen: Wer sein Englisch verbessern oder nochmal nach längerer Zeit aufpolieren will hat mit der „To all the boys I’ve loved before“-Reihe eine großartige und kurzweilige Möglichkeit dazu.

Bibliographische Daten:

Deutsche Ausgabe:
Titel: P.S. I still love you
Autorin: Jenny Han
Seiten: 336
Verlag: Hanser
ISBN: 9783446254800
Preis TB: 16,00€ / Preis Ebook: 11,99€
Erscheinungsjahr: 01/2017

Englische Ausgabe:
Titel: P.S. I still love you
Autorin: Jenny Han
Seiten: 352
Verlag: Simon&Schuster
ISBN: 9781481444712
Preis TB: 10,99$
Erscheinungsjahr: 05/2015

Mai 18

Rezension „To all the boys I’ve loved before“

Cover des Buches "To all the boys I've loved before" von Jenny Han
© Hanser
https://www.hanser-literaturverlage.de

Auf dieses Buch bin ich eher durch Zufall gekommen. Ich war auf der Suche nach einem schönen Jugendbuch – mal komplett ohne Fantasy – und bin beim Stöbern im Internet über „To all the boys I’ve loved before“ gestolpert. Der Titel hat mich einfach angesprochen und ich konnte mich erinnern, dass meine ehemalige Kollegin eine andere Reihe von Jenny Han gelesen hat und vollkommen begeistert war. Sobald ich den Klappentexte gelesen hatte, war klar: Das Buch muss ich haben!
Ich hatte zwar im letzten Monat wieder einen totalen Hänger, was das Lesen anging, weil mich einfach kein Buch begeistern konnte, aber mit „To all the boys I’ve loved before“ habe ich das richtige Buch gefunden, um diese Krise zu überwinden. Es ist so großartig, dass ich trotz Hausarbeit, die ich schreiben muss, nicht aufhören konnte zu lesen!

Zum Inhalt:

Lara Jean Song ist 16 Jahre alt und hat zwei Schwestern: eine ältere und eine jüngere. Seit ihre Mutter vor Jahren gestorben ist, hat sich ihre ältere Schwester Margot immer um alles gekümmert, aber Margot hat einen Studienplatz in Schottland ergattert und verlässt deshalb die kleine Familie. Jetzt ist Lara Jean dafür verantwortlich, dass alles rund läuft – dabei war sie doch schon immer die chaotische Schwester…

Als Margot weg ist geht es schnell drunter und drüber in Lara Jeans Leben – richtig chaotisch wird es jedoch, als sie feststellen muss, dass jemand ihre Hutschachtel mit den ganzen alten Liebesbriefen, die sie geschrieben hat, entwendet hat und diese Briefe verschickt. Eigentlich ist es ihr egal, was die Jungs von ihr und ihren Briefen halten – bis auf eine Ausnahme: Josh. Josh, ihrem Nachbarn, besten Freund und vor kurzem noch fester Freund ihrer Schwester Margot.

Um ihre Gefühle für Josh zu verheimlichen, tut Lara Jean so, als wäre sie mit Peter Kavinsky zusammen – ein weiterer Junge, der einen ihrer alten Liebesbriefe bekommen hat – aber dadurch wird alles nur noch komplizierter und schon bald weiß Lara Jean nicht mehr, was sie denken oder fühlen soll…

Mein Leseerlebnis:

Dieses Buch ist so großartig und hat mich sofort in seinen Bann geschlagen! Der Schreibstil ist so mitreißend und kurzweilig, dass ich das Buch im wahrsten Sinne des Wortes verschlungen habe!!! So sehr habe ich schon seit einigen Monaten nicht mehr mit einer Hauptperson in einem Buch mitgefiebert.

Besonders gut hat mir Lara Jean gefallen und ich konnte mich in manch einer Situation in ihr wiedererkennen. Auch das geschwisterliche Zusammenleben der Song-Girls hat die Autorin so unglaublich authentisch beschrieben, dass es mich in vielen Situationen an früher erinnert hat, als ich noch mit meinen Schwestern zuhause gewohnt habe.

Natürlich war ich extrem neugierig und wollte unbedingt wissen, wer denn nun die Hutschachtel „geklaut“ und die Briefe verschickt hat. War Margot, die dafür sorgen wollte, dass Lara Jean aus ihrem bisherigen Alltagstrott herausgerissen wird? Oder war es sogar der Vater? Es gab lange Zeit keinen Hinweis darauf, wer es war, aber genau das hat das Buch auch so spannend gemacht. Und als ganz am Ende verraten wurde, wer es war, war ich echt baff!

Während ich „To all the boys I’ve loved before“ gelesen habe, habe ich mich wirklich in sehr vielen Situationen an früher erinnert gefühlt. Sei es das Zusammenleben mit Schwestern, das Schwärmen für einen unerreichbar scheinenden Jungen oder die vielen verwirrenden und durcheinander fliegenden Gefühle… Jenny Han hat die Gefühlswelt von jungen Mädchen in ihrer Geschichte fantastisch eingefangen.

Wie so oft habe ich das Buch auf Englisch gelesen und nicht auf Deutsch. Es ließ sich wunderbar lesen, hat keine schwierigen Vokabeln und viele kurze Kapitel. Wer also sein Englisch verbessern oder nochmal nach längerer Zeit aufpolieren will hat mit „To all the boys I’ve loved before“ eine kurzweilige und spannende Möglichkeit.

Meine Empfehlung:

„To all the boys I’ve loved before“ ist eine witzige und chaotische Liebesgeschichte, die jedoch nie platt ist. Das Buch eignet sich wunderbar für Mädchen ab 12 Jahren.

Mir hat das Buch so gut gefallen, dass ich jetzt auch direkt den zweiten Band hinterher lesen werde. Wenn ihr also schnell, viel und gern lest wie ich, bietet es sich an, Teil 2 direkt im Haus zu haben. Er fängt nämlich genau da an, wo Teil 1 aufhört: mit einem neuen Brief, den Lara Jean schreibt.

Bibliographische Daten:

Deutsche Ausgabe:
Titel: To all the boys I’ve loved before
Autorin: Jenny Han
Seiten: 352
Verlag: Hanser
ISBN: 9783446250819
Preis TB: 16,00€ / Preis Ebook: 11,99€
Erscheinungsjahr: 07/2016

Englische Ausgabe:
Titel: To all the boys I’ve loved before
Autorin: Jenny Han
Seiten: 384
Verlag: Simon&Schuster
ISBN: 9781442426719
Preis TB: 10,99$
Erscheinungsjahr: 01/2016

März 12

Rezension „Anonym“

Ich liebe die Jugendbücher von Ursula Poznanski und wollte schon immer mal einen ihrer Thriller für Erwachsene lesen. Genauso wie ich auch schon seit langem mal ein Buch von Arno Strobel lesen wollte. Nur irgendwie kam immer etwas dazwischen, aber das neueste Buch von den beiden klang so spannend, dass ich keine Ausreden mehr hatte, es nicht zu lesen.

Cover des Buches "Anonym" von Ursula Poznanski und Arno Strobel
© Rowohlt Verlag
http://www.rowohlt.de

Zum Inhalt:

Kommissarin Nina Salomon wurde von ihrer alten Dienststelle in Bremen nach Hamburg versetzt. Dort muss sie mit dem undurchsichtigen und spleenigen Daniel Buchholz zusammenarbeiten. Die beiden können einander nicht sonderlich gut leiden und werden nur langsam miteinander warm. Doch ihr gemeinsamer Fall hat es in sich und so versuchen die beiden sich so gut sie können, zusammenzuraufen.

Die erste Leiche in ihrem Fall ist ein toter Anwalt, der auf brutale Weise ermordet wurde. Wie sich herausstellt, hat der Mann bei einer Abstimmung im Darknet-Forum Morituri „gewonnen“ und musste deshalb sterben. Noch während die Ermittlungen zum Mord am Anwalt laufen, geht auch schon die nächste Abstimmung online und die Polizei kann nichts tun.

Nina fühlt sich von ihrem Partner ausgebremst, sodass sie sich zu einem Alleingang entschließt. Sie trifft sich mit verschiedenen Forumsusern, in der Hoffnung, so dem Kopf hinter dem Ganzen, Trajan, auf die Schliche zu kommen. Doch ihre Sturheit und Alleingänge haben weitreichende Folgen und schon bald beginnt für sie ein Wettlauf gegen die Zeit, an dessen Ende es keine Sieger geben kann.

Mein Leseerlebnis:

Am Anfang musste ich mich erst etwas an die Schreibweise gewöhnen. Vor allem weil die ersten Kapitel im Prinzip doppelt waren, da dieselben Situationen einmal aus Buchholz‘ und einmal aus Salomons Sicht erzählt wurden. Im Verlauf des Buches wurde dies jedoch immer weniger.

Zuerst hat es mich etwas gestört, dasselbe noch einmal lesen zu müssen, aber je weiter ich gelesen habe, desto glücklicher war ich über die Entscheidung der beiden Autoren. Dadurch, dass man dieselben Erlebnisse aus zwei unterschiedlichen Perspektiven geschildert bekam, hatte man viel schneller und leichter ein Gefühl dafür, wie Buchholz und Salomon ticken, sodass man gewisse Reaktionen der Charaktere später nicht mehr extra erklärt bekommen musste. Im Endeffekt fand ich es auch sehr spannend, mal ein Buch zu lesen, in dem gewisse Charakterzüge nicht ausdrücklich benannt werden, sondern implizit vermittelt wurden.

Ihr solltet euch also auf keinen Fall vom Perspektivwechsel abschrecken lassen! Es ist zwar ungewohnt, aber nach den ersten vier Kapiteln, gibt es keine doppelten Erzählungen mehr, man hat sich an den Wechsel zwischen Salomons und Buchholz‘ Erzählung gewöhnt und die Geschichte wird so spannend, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen kann!

Besonders fasziniert hat mich auch das Thema des Buches: Ein Forum im Darknet, in dem die Mitglieder nicht nur potenzielle Mordopfer vorschlagen können, sondern auch noch darüber abstimmen, wer lebt und wer stirbt. Wie sensationsgierig die Menschen dargestellt werden und die erschreckende Erkenntnis, dass es in der Wirklichkeit womöglich so oder so ähnlich sein könnte, haben den Thriller einerseits noch realistischer und andererseits noch gruseliger für mich gemacht.

Als etwas zu flach empfand ich die Hintergrundgeschichte von Trajan, aber das tut der Geschichte keinen Abbruch.

Der Showdown ist dann so megaspannend und die Auflösung des Falles so unglaublich und trotzdem plausibel, dass man noch lange nachdem man das Buch aus der Hand gelegt hat, über „Anonym“ nachdenkt.

Meine Empfehlung:

Ein Thriller für alle, die ein fesselndes Buch suchen, starke Nerven haben und ein überraschendes Ende von Thrillern suchen. „Anonym“ ist bestens für alle Fans der beiden Autoren sowie Sebastian Fitzek und Wolfgang Tsokos geeignet.

Falls ihr euch nicht sicher seid, ob das Buch was für euch ist, könnt ihr über den Link unten auf die Verlagshomepage von Rowohlt/Wunderlich gehen, dort gibt es eine kostenlose Leseprobe.

Bibliographische Daten:

Titel: Anonym
Autoren: Ursula Poznanski und Arno Strobel
Seiten: 384
Verlag: Wunderlich
ISBN: 9783805250856
Preis HC: 19,95€ / Preis Ebook: 16,99€
Erscheinungsjahr: 09/2016

Februar 27

Warmes im Februar

Bild von einem Paar Lieblingsstulpen aus Dornröschen Merinowolle "Drunter und Drüber - Zwischen den Wellen"
Ein Paar Lieblingsstulpen aus Dornröschen Merinowolle „Drunter und Drüber – Zwischen den Wellen“

Bei den kalten Temperaturen und jetzt auch miesem Wetter, konnte es nicht schaden, einige liebe Menschen mit etwas Gestricktem zu überraschen. Obwohl ich diesen Monat zwei Mal ordentlich erkältet war und nicht wirklich viel machen konnte, habe ich es aber doch geschafft, drei Projekte zu einem guten Ende zu bringen.

Projekt 1: Ein Paar blaue Lieblingsstulpen

Eigentlich waren die Hofnarren-Stulpen ja für unsere Frau Post gedacht, aber irgendwie ist mir ein Geburtstag durchgegangen, wo ich die Stulpen dann spontan verschenkt habe. Darum musste ein neues Paar Stulpen für Frau Post her. Diesmal habe ich mich für ein leuchtendes Blau entschieden und bin schon sehr gespannt, was sie sagen wird. Meine Lieblingsstulpen finde ich klasse, egal in welcher Farbe, aber es war sehr interessant mal ein Paar mit einem sehr zurückhaltenden Farbverlauf zu stricken.

Wie ihr euch sicher schon gedacht habt, sind auch diese Lieblingsstulpen wieder mit der schönen Dornröschen Merinowolle gestrickt, diesmal in der Färbung „Drunter und Drüber – Zwischen den Wellen“.

Projekt 2: Eine Babydecke

Bild einer grün-grau-gestreifen Babydecke mit roter Umrandung
Eine Babydecke für die Kleine meiner besten Freundin

Ende letzten Jahres hat meine beste Freundin Nachwuchs bekommen und schon im Herbsturlaub hatte ich angefangen eine Babydecke für die Kleine zu häkeln. Weil mir häkeln aber irgendwie doch nicht so liegt, habe ich alles, was ich im Urlaub geschafft habe, wieder aufgeribbelt und mit meinen Stricknadeln neu angenadelt. Anfang des Monats ist die Babydecke dann endlich fertig und direkt eingeweiht worden.

Zuerst wollte ich die Decke nur grau-grün gestreift stricken, aber irgendwie war mir das dann für ein kleines Mädchen doch zu farblos. Darum habe ich den leuchtendroten Streifen in die Mitte gestrickt und die gesamte Decke mit ein paar Maschen krausrechts nochmal umstrickt. Das hat zwar dadurch alles etwas länger gedauert – vor allem weil ich einige Male noch zu Uschis Strickstube fahren musste, um Wolle nachzukaufen – aber dafür gefällt mir die Decke so viel besser und ich denke, das Warten hat sich gelohnt.

Gestrickt habe ich die Babydecke aus der „life style“ von Atelier Zitron (100% Merinowolle) in dunkelrot, hellgrün und hellgrau und mit Nadelstärke 3,5.

 

Projekt 3: Ein Paar gefilzte Hausschuhe

Bild von gefilzten, grün-orangenen Hausschuhen
Grün-orange, gefilzte Hausschuhe für meine Nichte

Dann stand diesen Monat noch der Geburtstag meiner Nichte an. Weil sie ein kleiner Spinnewipp ist und eigentlich immer kalte Hände und Füße hat, war mir klar, dass ich ihr etwas Warmes stricken muss. Da die alten Strickpantoffeln ihr mittlerweile zu klein sind, gab es darum ein neues Paar warme Hausschuhe in leuchtend grün und orange. Das Filzen in der Waschmaschine hat zwar dieses Mal nicht so richtig funktioniert – die Schuhe waren beim Verschenken noch zu groß – aber ich denke nach einem weiteren Waschgang mit Tennisbällen sollte das dann auch gegessen sein.

Gestrickt habe ich die Pantoffeln aus ONline Filzwolle in grün und orange mit Nadelstärke 8. Dabei habe ich alle 10 Runden die Farbe gewechselt, damit sie so schön gestreift wurden.

Was gibt es sonst so Neues auf den Nadeln?

Ich stricke im Moment fleißig an den Kniestrümpfen in Größe 47 für meinen Schwager weiter. Ich muss gestehen, ich brauche dafür viel länger, als ich erwartet hätte, aber Socken in Schuhgröße 47 und dann auch als Kniestrümpfe sind halt schon echt groß… Die erste Socke habe ich aber sogar noch im letzten Jahr fertig gestrickt und sie passt wie angegossen. Das macht mich auch echt stolz, schließlich ist es das erste Paar Kniestrümpfe, das ich stricke und dann auch noch freischnauze.

Ein Bild von der Merinowolle in der Färbung "Ich schenk dir mein Lebkuchenherz - orange"
Merinowolle „Ich schenk dir mein Lebkuchenherz – orange“

Abgesehen davon habe ich im Februar einen Shrug-Workshop bei Uschis Strickstube besucht und an dem angenadelten Shrug stricke ich auch immer noch fleißig weiter. Für den Shrug habe ich mir eine unglaublich weiche Alpaccawolle ausgesucht in einem ganz dunklen, leuchtenden Blau. Ich freue mich schon, euch bei Gelegenheit mal ein Foto hier zu posten, wenn ich so weit gekommen bin, dass man das Muster auch richtig schön erkennen kann.

Ansonsten habe ich noch jede Menge tolle Wolle in meinem Regal und meiner Wollbox liegen (zum Beispiel die „Ich schenk dir mein Lebkuchenherz“ auf dem Bild), die auch bald verstrickt werden will. Da liegt noch Wolle für mindestens 4 Paar Stulpen und 3 Paar Socken, die angenadelt werden wollen, aber ich habe mir fest vorgenommen jetzt erst mal die Kniestrümpfe fertig zu stricken, bevor ich etwas Neues stricke! – Bleibt bloß abzuwarten, wie lange ich das auch tatsächlich durchhalte.

Und was ist mit Büchern???

Durch die ganze Kränkelei und Strickerei, bin ich diesen Monat beim Lesen nicht so weit gekommen, wie ich gerne wäre. Es ist allerdings auch so, dass ich mal wieder den Fehler begangen habe, zu viele Bücher gleichzeitig zu lesen, wodurch ich mich auf keines so richtig einlassen kann. Im Moment lese ich deshalb „Anonym“ von Ursula Poznansik und Arno Strobel, „Girl online“ von Zoe Sugg, „Der Rat der Neun“ von Veronica Roth und „Exordium – Deadly Sin Saga“ von Lana Rotaru parallel. Kein Wunder, dass man da nicht richtig voran kommt, oder? Aber im nächsten Monat habe ich bestimmt eines der vier Bücher endlich ausgelesen und kann euch dann davon berichten.

Bis dahin wünsche ich euch allen noch eine schöne Woche mit ein paar ruhigen Minuten zum Lesen oder Stricken. Eure Katrin.