September 29

Rezension: „Fangirl“

Cover des Buches "Fangirl" von Rainbow Rowell
© Hanser
https://www.hanser-literaturverlage.de

„Fangirl“ war ein Spontankauf bei meinem letzten Besuch in meiner Lieblingsbuchhandlung. Das auf den ersten Blick eher unscheinbare Cover und die Autorin haben mich irgendwie angesprochen. – Den Vorgänger „Eleanor und Park“ habe ich leider bisher noch nicht gelesen, aber nach „Fangirl“ habe ich es fest vor, weil mir die Geschichte und der Schreibstil einfach super gefallen haben!

Zum Inhalt:

Cather und Wren sind Zwillinge. Sie haben ihren Highschool-Abschluss in der Tasche und gehen nun auf das College. Das erste Mal, dass sie nicht mehr zuhause wohnen, das erste Mal, dass sie ihren Vater alleine lassen und das erste Mal, dass die beiden nicht mehr zusammen wohnen. Sie besuchen zwar dasselbe College, aber Wren hat beschlossen, ihren eigenen Weg zu gehen. Deshalb will sie lieber nicht mit Cather zusammenwohnen, sondern mit einem anderen, einem fremden Mädchen. Cather ist von der Aussicht ebenfalls mit einer Wildfremden zusammen wohnen zu müssen nicht besonders begeistert. Aber trotzdem nimmt sie das Abenteuer College in Angriff. Dabei darf natürlich ihr Laptop nicht fehlen, um weiter an ihren Fanfiction-Geschichten schreiben zu können. Genauso wenig wie ihre Simon-Snow-Poster.

Ihre Mitbewohnerin Reagan  ist ihr gegenüber anfangs recht kratzbürstig, nach einiger Zeit raufen sich die beiden aber zusammen. Woran Cath sich aber nicht so richtig gewöhnen kann, ist Reagans bester Freund Levi, der die Hälfte der Zeit in Reagans und Caths Zimmer verbringt – unabhängig davon, ob Reagan da ist oder nicht. Je mehr Zeit sie mit ihm verbringt, desto netter findet sie ihn. Gleichzeitig ist da aber auch noch Nick, der Junge aus dem „Kreatives Schreiben“-Kurs. Mit ihm trifft sich Cath immer, um an einer gemeinsamen Geschichte zu schreiben. Eigentlich wollte sie am College überhaupt keine Freundschaften schließen – geschweige denn, Jungs kennen lernen. Sie wollte einfach ihre Kurse besuchen und an ihrer Fanfiction weiterarbeiten. Die beiden interessieren sie mit der Zeit aber immer mehr. Ob die beiden sich auch für sie interessieren? Und ob Cath ihr eigenes Happyend finden wird?

Mein Leseerlebnis:

Ich bin an das Buch eigentlich mit sehr wenig Erwartungen rangegangen. Ich wollte mich einfach überraschen lassen und muss sagen, die Geschichte hat mich von den Füßen gerissen. Sie ist großartig! Ich konnte mich sehr mit Cath identifizieren, weil sie so unglaublich schüchtern ist und eigentlich nur ihr eigenes Ding durchziehen wollte, ihr das Leben dann aber einfach dazwischen kommt. Auch die Tatsache, dass sie Fanfiction schreibt, ist mir sehr sympathisch. Ich habe selbst auch  zuerst Fanfiction geschrieben. Auch die Probleme beim Umstieg von Fanfiction auf eigene Geschichten konnte ich nur zu gut nachvollziehen und habe deshalb mit Cath mitgefiebert.

Was mich die ganze Zeit etwas irritiert hat, war die Tatsache, dass ich mir anfangs nicht sicher war, ob es die Simon Snow Bücher, über die die ganze Zeit geredet wird, wirklich gibt oder nicht. Nach einiger Recherche habe ich dann herausgefunden, dass es die Bücher nicht gibt. Viele vermuten, dass es sich dabei um eine Anlehnung an die Harry Potter Bücher handelt. Zwischen den einzelnen Kapiteln waren immer Ausschnitte aus den fiktiven Simon Snow Büchern  und Caths Fanfiction eingestreut. Diese Schnipsel haben mich so neugierig auf die Welt von Simon Snow gemacht, dass ich etwas traurig bin, dass es die Bücher nicht gibt. Rainbow Rowell hat zwar selbst ein Simon Snow Buch geschrieben, aber ich habe noch keine Zeit gefunden, es zu lesen. Daher weiß ich nicht, ob diese Geschichte der Fanfiction von Cather entspricht oder einem der fiktiven Simon Snow Bücher. Ich denke aber, dass ich das Buch über Simon Snow irgendwann auch noch lesen werde.

Besonders gefallen haben mir die vielen unterschiedlichen Charaktere in „Fangirl“, die die Geschichte so unglaublich interessant gemacht haben. Jeder hat seine eigene Geschichte, die nach und nach ans Licht kommt und mich als Leserin einfach total gefesselt hat.

Rainbow Rowell hat auch die Beziehung zwischen Cath und ihrer Zwillingsschwester Wren sehr gut beschrieben. Dadurch dass ich selbst drei ältere Schwestern habe, weiß ich nur zu gut, wie Schwestern aufeinander aufpassen, auch wenn die andere es vielleicht gar nicht möchte. Mich hat aber nicht nur fasziniert, wie die Beziehung zwischen den Schwestern beschrieben wird, sondern auch die restliche Familie. Wie alle – egal wie weit sie auch voneinander entfernt sein mögen – aufeinander aufpassen, sich umeinander kümmern und stets zusammenhalten, egal womit das Leben um die Ecke kommt.

Meine Empfehlung:

„Fangirl“ ist eine Geschichte für alle Mädchen und Frauen ab 13 Jahren, die Bücher und Geschichten genauso lieben wie Cath. Die Liebe zu Büchern und ihren Geschichten ist so spürbar und warmherzig, dass jedem Bücherfreund das Herz aufgeht.

„Fangirl“ ist ein Buch, dass ich definitiv mehr als nur einmal lesen werde und daher hat sich es für mich definitiv gelohnt, das Buch mit dem festen Einband zu kaufen.

Bibliographische Daten:

Titel: Fangirl
Autorin: Rainbow Rowell
Seiten: 480
Verlag: Hanser
ISBN: 978-3-446-25700-9
Preis HC: 18,00€ / Preis Ebook: 13,99€
Erscheinungsjahr: 07/2017

 

Juli 24

Rezension: „Stell dir vor, dass ich dich liebe“

Cover des Buches "Stell dir vor, dass ich dich liebe" von Jennifer Niven
© Fischer
http://www.fischerverlage.de

Ich war auf der Suche nach etwas Neuem zu lesen, weil mich einfach wieder kein Buch fesseln konnte. Darum bin ich mit meinem Tolino in der Onleihe gesurft, aber auch da hat mich nichts so richtig begeistern können. Trotzdem habe ich zwei Bücher ausgeliehen. Als ich dann auf der Startseite meines Readers war, lachte mich im unteren Drittel der Startseite auf einmal dieses Buch im Shop an und ich war sofort Feuer und Flamme! Ich erkannte die Machart des Covers sofort – ähnelt es dem von „All die verdammt perfekten Tage“ doch ungemein (zumindest in den Graustufen, die der Tolino anzeigt. Im Buchladen habe ich jedoch ziemlich lange suchen müssen, weil ich davon ausging, dass das Cover ebenfalls blau sei…).

Ich habe mir also schnell die Leseprobe runtergeladen und verschlungen. Dieser kleine Ausschnitt hat mich dann direkt so heiß gemacht, dass ich mir das Buch sofort als Ebook herunter geladen habe! Trotz Semesterende konnte ich kaum aufhören zu lesen und kann euch nur sagen: „Stell dir vor, dass ich die liebe“ ist ganz anders als ich erwartet habe, aber mein absolutes Lieblingsbuch diesen Sommer!

Zum Inhalt:

Libby Strout war der dickste Teenager der USA. Sie war so dick, dass sie weder das Haus noch das Bett verlassen konnte und schließlich mit einem Kran aus ihrem Haus befreit und ins Krankenhaus gebracht werden musste. Seitdem hat Libby sehr viel abgenommen – auch wenn sie noch einen langen Weg vor sich hat – und beginnt das Leben wieder zu genießen. Sie geht sogar wieder in eine normale Highschool und findet dort Freunde. Sie stößt aber auch auf viel Ablehnung und Hohn. Durch einen demütigenden Zwischenfall an ihrem ersten Tag zurück an der Schule, lernt sie Jack Masselin kennen, der unter Gesichtsblindheit leidet und selbst seine Familie nicht erkennen kann. Jeder Tag in der Schule ist für ihn wie ein Spießrutenlauf. Nur gut, dass er Strategien entwickelt hat, um seine Probleme so gut es geht, zu umgehen. So versteckt er seine Gesichtsblindheit hinter einen undurchlässigen, harten Schale.

Durch den Vorfall an Libbys erstem Schultag, müssen die beiden jedoch mehr Zeit miteinander verbringen. Schon bald kann Libby hinter Jacks Fassade blicken und lernt den echten Jack kennen, der Jack, der eigentlich gar kein Großkotz ist, sondern nett und oftmals unsicher. Die beiden helfen einander bei ihren Problemen und Ängsten – und davon haben beide mehr als genug. Dabei kommen sich die beiden immer näher, aber hat ihre Freundschaft eine Chance? Und besteht vielleicht sogar die Möglichkeit, dass aus dieser Freundschaft mehr werde könnte?

Mein Leseerlebnis:

Ich habe es sehr genossen, „Stell dir vor, dass ich dich liebe zu lesen“. Es ist mal wieder so großartig und mitreißend geschrieben, wie der letzte Roman von Jennifer Niven auch.

Ich habe mit Libby und Jack mitgefiebert und so sehr gehofft, dass sie alle Widrigkeiten beseitigen können. Die beiden sind so unglaublich vielschichtig, dass man immer wieder neue Dinge an ihnen entdecken kann. Das hat mich besonders begeistert, weil es einfach nicht langweilig wurde mit den beiden und sie mich immer wieder aufs Neue überrascht haben. Nur leider war das Buch dann vor lauter Lesefreude viel zu schnell ausgelesen…

Es hat mir auch sehr sehr gut gefallen, dass die beiden, obwohl sie hinter die Fassade des jeweils anderen schauen konnten, immer noch Geheimnisse vor einander hatten (ich denke dabei an ein ganz bestimmtes, aber das verrate ich euch hier natürlich nicht. Dafür müsst ihr das Buch schon selber lesen).

Ich war in der Mitte des Buches nur etwas enttäuscht vom Lektorat. Die Geschichte und auch die Übersetzung gefallen mir sehr sehr gut, aber es ärgert mich immer wieder, wie sehr Rechtschreibung, Tippfehler und ähnliches mittlerweile beim Lektorieren vernachlässigt werden. Im ersten Teil des Buches waren sehr sehr wenig Fehler, was mich echt gefreut hat. Aber dann, so ab der Hälfte, haben sich doch einige gehäuft und das hat mich dann doch schwer geärgert. Ich kann mir gut vorstellen, dass es im Verlag echt viel zu tun gibt und dass einem auch mal ein Tippfehler durchgehen kann – passiert mir ja auch öfters mal. Aber in den letzten Jahren habe ich leider immer mehr Fehler in Büchern gefunden und ärger mich darüber, weil ich das Gefühl habe, dass das früher nicht so war. Aber wie seht ihr das? Fallen euch Fehler in den Büchern, die ihr lest, auf? Und wenn ja, ärgert euch das auch so sehr wie mich? Oder sollte ich mich besser abregen und das ganze auf eine Überempfindlichkeit wegen meines Studiums schieben?

Glücklicherweise gab sich das Ganze dann aber auch wieder, sodass ich das letzte Drittel des Buches wieder ganz entspannt lesen konnte!

Meine Empfehlung:

„Stell dir vor, dass ich dich liebe“ eignet sich dadurch, dass es abwechseln aus der Sicht von Libby und Jack geschrieben ist,  für alle ab 16 Jahren. Es ist eine leichte, romantische, aber dabei überhaupt nicht kitschige Liebesgeschichte mit sehr vielschichtigen Charakteren. Sie eignet sich einfach ganz hervorragend dafür, abzuschalten und die Seele baumeln zu lassen.

Das Buch hat mich so wahnsinnig begeistert, dass ich es euch allen wirklich nur ans Herz legen kann!

Bibliographische Daten:

Titel: Stell dir vor, dass ich dich liebe
Autorin: Jennifer Niven
Seiten: 464
Verlag: Fischer
ISBN: 9783737355100
Preis TB: 14,99€ / Preis Ebook: 12,99€
Erscheinungsjahr: 06/2017

Juni 2

Rezension „P.S. I still love you“

Cover des Buches "P.S. I still love you" von Jenny Han
© Hanser
https://www.hanser-literaturverlage.de

Wie bereits angekündigt habe ich „P.S. I still love you“ direkt im Anschluss an „To all the boys I’ve loved before“ gelesen und ich muss sagen, die Fortsetzung ist fantastisch – ideal zum Abschalten und Abtauchen!

Wer „To all the boys I’ve loved before“ noch nicht gelesen hat und noch lesen will, sollte diesen Beitrag besser erst später anschauen, da er SPOILER zu Teil 1 enthält! Wenn ihr meine Rezension zu Teil 1 lesen wollt, klickt am besten hier.

Zum Inhalt:

Der zweite Teil fängt genau da an, wo Teil eins aufhört: Mit Lara Jeans zweitem Brief an Peter, nachdem die beiden sich getrennt haben. Nachdem sie Peter den Brief gegeben hat, klären die beiden alle Probleme auf und wagen einen Neuanfang als Paar – diesmal aber einen echten! Es scheint als wären damit alle von Lara Jeans Träumen in Erfüllung gegangen und sie und Peter schweben auf Wolke sieben.

Doch dann werden die beiden Opfer von Cyber-Mobbing: Jemand hat ein Video von ihnen im Whirlpool gemacht und ins Internet gestellt! Lara Jean hat einen Verdacht, wer es gewesen sein könnte, doch Peter will von ihren Vermutungen nichts wissen.

Zusätzlich hängt Peter immer noch mit seiner Ex-Freundin Genevieve ab. Lara Jean versucht dem Ganzen nicht zu viel Bedeutung zuzuschreiben, aber das Paar entfernt sich unweigerlich immer mehr voneinander. Als dann auch noch John Ambrose McClaren auftaucht, nachdem auch ihn endlich sein Brief erreicht hat, ist das Gefühlschaos perfekt!

Schließlich findet Lara Jean heraus, wer das Video veröffentlicht hat und was Peter zu verheimlichen versucht hat. Das alles stellt sie vor ihre bisher schwierigste Entscheidung, aber welchen Weg wird sie wählen?

Mein Leseerlebnis:

„P.S. I still love you“ habe ich so schnell durchgelesen, wie schon lange kein Buch mehr. Ich war neugierig, wie es mir Lara Jean und Peter weitergeht und ich bin nicht enttäuscht worden. Der erste Teil hat mir zwar minimal besser gefallen, aber auch dieses Buch von Jenny Han ist großartig!

Besonders gut gefallen hat mir, dass man John Ambrose McClaren, der in Teil 1 nur ganz kurz vorgekommen ist und der Lara Jean irgendwie nie ganz aus dem Kopf ging, endlich richtig kennenlernt. Und ich muss sagen: Ich kann nur zu gut verstehen, warum sie den Jungen nicht vergessen kann! Auch die Enthüllungen rund um Genevieve haben mich sehr überrascht und ich bin gespannt, was ich in Teil drei noch alles erfahren werde.

Im zweiten Teil lernt man auch neue Seiten an Lara Jean kennen, was ich toll finde, schließlich sind Menschen so vielseitig und verändern sich, dass man sie nicht einfach in einem Buch vollkommen erfassen könnte. Auch erfährt man mehr über Lara Jeans alte Clique und ihre Vergangenheit, wodurch die Geschichte und die Personen noch authentischer werden.

Das einzige kleine Minus, das ich dem Buch gebe, ist für Lara Jeans Entscheidung ganz am Ende, aber ich habe ja noch nicht das letzte Wort der gesamten Geschichte gelesen. Ich bin gespannt, wie sich das Ganze im dritten Teil weiterentwickelt. – Nur gut, dass ich Teil 3 direkt bestellt habe und heute noch bei meinen liebe Kolleg/inn/en abholen kann.

„P.S. I still love you“ ist ein genialer Mix aus Liebesgeschichte, Herz-Schmerz, Freundschaft aber auch ernsten Themen wie Cyber-Mobbing.

Meine Empfehlung:

„P.S. I still love you“ eignet sich ebenso wie „To all the boys I loved before“ für Mädchen ab 12 Jahren und natürlich auch darüber hinaus. Es beschäftigt sich auf eine leichte und doch nie triviale Art mit der ersten Liebe, Freundschaft, Mobbing und auch dem ersten Liebeskummer.

Auch Teil 2 habe ich wieder auf Englisch gelesen und ich kann mich nur wiederholen: Wer sein Englisch verbessern oder nochmal nach längerer Zeit aufpolieren will hat mit der „To all the boys I’ve loved before“-Reihe eine großartige und kurzweilige Möglichkeit dazu.

Bibliographische Daten:

Deutsche Ausgabe:
Titel: P.S. I still love you
Autorin: Jenny Han
Seiten: 336
Verlag: Hanser
ISBN: 9783446254800
Preis TB: 16,00€ / Preis Ebook: 11,99€
Erscheinungsjahr: 01/2017

Englische Ausgabe:
Titel: P.S. I still love you
Autorin: Jenny Han
Seiten: 352
Verlag: Simon&Schuster
ISBN: 9781481444712
Preis TB: 10,99$
Erscheinungsjahr: 05/2015

Mai 18

Rezension „To all the boys I’ve loved before“

Cover des Buches "To all the boys I've loved before" von Jenny Han
© Hanser
https://www.hanser-literaturverlage.de

Auf dieses Buch bin ich eher durch Zufall gekommen. Ich war auf der Suche nach einem schönen Jugendbuch – mal komplett ohne Fantasy – und bin beim Stöbern im Internet über „To all the boys I’ve loved before“ gestolpert. Der Titel hat mich einfach angesprochen und ich konnte mich erinnern, dass meine ehemalige Kollegin eine andere Reihe von Jenny Han gelesen hat und vollkommen begeistert war. Sobald ich den Klappentexte gelesen hatte, war klar: Das Buch muss ich haben!
Ich hatte zwar im letzten Monat wieder einen totalen Hänger, was das Lesen anging, weil mich einfach kein Buch begeistern konnte, aber mit „To all the boys I’ve loved before“ habe ich das richtige Buch gefunden, um diese Krise zu überwinden. Es ist so großartig, dass ich trotz Hausarbeit, die ich schreiben muss, nicht aufhören konnte zu lesen!

Zum Inhalt:

Lara Jean Song ist 16 Jahre alt und hat zwei Schwestern: eine ältere und eine jüngere. Seit ihre Mutter vor Jahren gestorben ist, hat sich ihre ältere Schwester Margot immer um alles gekümmert, aber Margot hat einen Studienplatz in Schottland ergattert und verlässt deshalb die kleine Familie. Jetzt ist Lara Jean dafür verantwortlich, dass alles rund läuft – dabei war sie doch schon immer die chaotische Schwester…

Als Margot weg ist geht es schnell drunter und drüber in Lara Jeans Leben – richtig chaotisch wird es jedoch, als sie feststellen muss, dass jemand ihre Hutschachtel mit den ganzen alten Liebesbriefen, die sie geschrieben hat, entwendet hat und diese Briefe verschickt. Eigentlich ist es ihr egal, was die Jungs von ihr und ihren Briefen halten – bis auf eine Ausnahme: Josh. Josh, ihrem Nachbarn, besten Freund und vor kurzem noch fester Freund ihrer Schwester Margot.

Um ihre Gefühle für Josh zu verheimlichen, tut Lara Jean so, als wäre sie mit Peter Kavinsky zusammen – ein weiterer Junge, der einen ihrer alten Liebesbriefe bekommen hat – aber dadurch wird alles nur noch komplizierter und schon bald weiß Lara Jean nicht mehr, was sie denken oder fühlen soll…

Mein Leseerlebnis:

Dieses Buch ist so großartig und hat mich sofort in seinen Bann geschlagen! Der Schreibstil ist so mitreißend und kurzweilig, dass ich das Buch im wahrsten Sinne des Wortes verschlungen habe!!! So sehr habe ich schon seit einigen Monaten nicht mehr mit einer Hauptperson in einem Buch mitgefiebert.

Besonders gut hat mir Lara Jean gefallen und ich konnte mich in manch einer Situation in ihr wiedererkennen. Auch das geschwisterliche Zusammenleben der Song-Girls hat die Autorin so unglaublich authentisch beschrieben, dass es mich in vielen Situationen an früher erinnert hat, als ich noch mit meinen Schwestern zuhause gewohnt habe.

Natürlich war ich extrem neugierig und wollte unbedingt wissen, wer denn nun die Hutschachtel „geklaut“ und die Briefe verschickt hat. War Margot, die dafür sorgen wollte, dass Lara Jean aus ihrem bisherigen Alltagstrott herausgerissen wird? Oder war es sogar der Vater? Es gab lange Zeit keinen Hinweis darauf, wer es war, aber genau das hat das Buch auch so spannend gemacht. Und als ganz am Ende verraten wurde, wer es war, war ich echt baff!

Während ich „To all the boys I’ve loved before“ gelesen habe, habe ich mich wirklich in sehr vielen Situationen an früher erinnert gefühlt. Sei es das Zusammenleben mit Schwestern, das Schwärmen für einen unerreichbar scheinenden Jungen oder die vielen verwirrenden und durcheinander fliegenden Gefühle… Jenny Han hat die Gefühlswelt von jungen Mädchen in ihrer Geschichte fantastisch eingefangen.

Wie so oft habe ich das Buch auf Englisch gelesen und nicht auf Deutsch. Es ließ sich wunderbar lesen, hat keine schwierigen Vokabeln und viele kurze Kapitel. Wer also sein Englisch verbessern oder nochmal nach längerer Zeit aufpolieren will hat mit „To all the boys I’ve loved before“ eine kurzweilige und spannende Möglichkeit.

Meine Empfehlung:

„To all the boys I’ve loved before“ ist eine witzige und chaotische Liebesgeschichte, die jedoch nie platt ist. Das Buch eignet sich wunderbar für Mädchen ab 12 Jahren.

Mir hat das Buch so gut gefallen, dass ich jetzt auch direkt den zweiten Band hinterher lesen werde. Wenn ihr also schnell, viel und gern lest wie ich, bietet es sich an, Teil 2 direkt im Haus zu haben. Er fängt nämlich genau da an, wo Teil 1 aufhört: mit einem neuen Brief, den Lara Jean schreibt.

Bibliographische Daten:

Deutsche Ausgabe:
Titel: To all the boys I’ve loved before
Autorin: Jenny Han
Seiten: 352
Verlag: Hanser
ISBN: 9783446250819
Preis TB: 16,00€ / Preis Ebook: 11,99€
Erscheinungsjahr: 07/2016

Englische Ausgabe:
Titel: To all the boys I’ve loved before
Autorin: Jenny Han
Seiten: 384
Verlag: Simon&Schuster
ISBN: 9781442426719
Preis TB: 10,99$
Erscheinungsjahr: 01/2016

März 12

Rezension „Anonym“

Ich liebe die Jugendbücher von Ursula Poznanski und wollte schon immer mal einen ihrer Thriller für Erwachsene lesen. Genauso wie ich auch schon seit langem mal ein Buch von Arno Strobel lesen wollte. Nur irgendwie kam immer etwas dazwischen, aber das neueste Buch von den beiden klang so spannend, dass ich keine Ausreden mehr hatte, es nicht zu lesen.

Cover des Buches "Anonym" von Ursula Poznanski und Arno Strobel
© Rowohlt Verlag
http://www.rowohlt.de

Zum Inhalt:

Kommissarin Nina Salomon wurde von ihrer alten Dienststelle in Bremen nach Hamburg versetzt. Dort muss sie mit dem undurchsichtigen und spleenigen Daniel Buchholz zusammenarbeiten. Die beiden können einander nicht sonderlich gut leiden und werden nur langsam miteinander warm. Doch ihr gemeinsamer Fall hat es in sich und so versuchen die beiden sich so gut sie können, zusammenzuraufen.

Die erste Leiche in ihrem Fall ist ein toter Anwalt, der auf brutale Weise ermordet wurde. Wie sich herausstellt, hat der Mann bei einer Abstimmung im Darknet-Forum Morituri „gewonnen“ und musste deshalb sterben. Noch während die Ermittlungen zum Mord am Anwalt laufen, geht auch schon die nächste Abstimmung online und die Polizei kann nichts tun.

Nina fühlt sich von ihrem Partner ausgebremst, sodass sie sich zu einem Alleingang entschließt. Sie trifft sich mit verschiedenen Forumsusern, in der Hoffnung, so dem Kopf hinter dem Ganzen, Trajan, auf die Schliche zu kommen. Doch ihre Sturheit und Alleingänge haben weitreichende Folgen und schon bald beginnt für sie ein Wettlauf gegen die Zeit, an dessen Ende es keine Sieger geben kann.

Mein Leseerlebnis:

Am Anfang musste ich mich erst etwas an die Schreibweise gewöhnen. Vor allem weil die ersten Kapitel im Prinzip doppelt waren, da dieselben Situationen einmal aus Buchholz‘ und einmal aus Salomons Sicht erzählt wurden. Im Verlauf des Buches wurde dies jedoch immer weniger.

Zuerst hat es mich etwas gestört, dasselbe noch einmal lesen zu müssen, aber je weiter ich gelesen habe, desto glücklicher war ich über die Entscheidung der beiden Autoren. Dadurch, dass man dieselben Erlebnisse aus zwei unterschiedlichen Perspektiven geschildert bekam, hatte man viel schneller und leichter ein Gefühl dafür, wie Buchholz und Salomon ticken, sodass man gewisse Reaktionen der Charaktere später nicht mehr extra erklärt bekommen musste. Im Endeffekt fand ich es auch sehr spannend, mal ein Buch zu lesen, in dem gewisse Charakterzüge nicht ausdrücklich benannt werden, sondern implizit vermittelt wurden.

Ihr solltet euch also auf keinen Fall vom Perspektivwechsel abschrecken lassen! Es ist zwar ungewohnt, aber nach den ersten vier Kapiteln, gibt es keine doppelten Erzählungen mehr, man hat sich an den Wechsel zwischen Salomons und Buchholz‘ Erzählung gewöhnt und die Geschichte wird so spannend, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen kann!

Besonders fasziniert hat mich auch das Thema des Buches: Ein Forum im Darknet, in dem die Mitglieder nicht nur potenzielle Mordopfer vorschlagen können, sondern auch noch darüber abstimmen, wer lebt und wer stirbt. Wie sensationsgierig die Menschen dargestellt werden und die erschreckende Erkenntnis, dass es in der Wirklichkeit womöglich so oder so ähnlich sein könnte, haben den Thriller einerseits noch realistischer und andererseits noch gruseliger für mich gemacht.

Als etwas zu flach empfand ich die Hintergrundgeschichte von Trajan, aber das tut der Geschichte keinen Abbruch.

Der Showdown ist dann so megaspannend und die Auflösung des Falles so unglaublich und trotzdem plausibel, dass man noch lange nachdem man das Buch aus der Hand gelegt hat, über „Anonym“ nachdenkt.

Meine Empfehlung:

Ein Thriller für alle, die ein fesselndes Buch suchen, starke Nerven haben und ein überraschendes Ende von Thrillern suchen. „Anonym“ ist bestens für alle Fans der beiden Autoren sowie Sebastian Fitzek und Wolfgang Tsokos geeignet.

Falls ihr euch nicht sicher seid, ob das Buch was für euch ist, könnt ihr über den Link unten auf die Verlagshomepage von Rowohlt/Wunderlich gehen, dort gibt es eine kostenlose Leseprobe.

Bibliographische Daten:

Titel: Anonym
Autoren: Ursula Poznanski und Arno Strobel
Seiten: 384
Verlag: Wunderlich
ISBN: 9783805250856
Preis HC: 19,95€ / Preis Ebook: 16,99€
Erscheinungsjahr: 09/2016